Stadtgespräch | #401Gelsenkirchen

"Woanders is' auch scheiße!"

25.07.2018

Wo lebt es sich in Deutschland am besten? Glaubt man einer vom ZDF veröffentlichten Studie, dann wohl nicht in Gelsenkirchen. Die Stadt im Ruhrpott belegt bei der Umfrage Rang 401 von insgesamt 401 Städten und Landkreisen.

Gelsenkirchen hat es dieser Tage nicht leicht. Ihr einstiges Aushängeschild Mesut Özil ist aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Zuvor hatte ihn seine alte Schule erst zu einem repräsentativen Termin eingeladen, nach den unglücklichen Erdogan-Fotos dann aber schleunigst von der Gästeliste gestrichen.

Deshalb zähle für Mesut Özil mittlerweile auch seine alte Schule und damit ein Teil seiner früheren Heimat zum unliebsamen Teil seiner Vergangenheit. So formuliert es der Ex-Nationalspieler zumindest in seinem am Sonntag veröffentlichten Statement.

„Gelsenkirchen – woanders is‘ auch scheiße“

Doch schon Monate vor Özils Rücktritt trifft es die Stadt im Ruhrpott. Denn das ZDF veröffentlicht eine Studie mit dem Titel: Wo lebt es sich in Deutschland am besten? 401 Städte und Landkreise haben die Studienmacher dafür analysiert. Gelsenkirchen landet auf Platz 401. Und nicht nur das.

Für die Platzierung innerhalb der Studie spielen drei wesentliche Bewertungskategorien eine Rolle: „Freizeit und Natur“, „Arbeit und Wohnen“ und „Gesundheit und Sicherheit“. Bei den beiden letztgenannten Kategorien belegt Gelsenkirchen jeweils den letzten bzw. vorletzten Platz.

Widerstand gegen Schmuddel-Image

Gegen das ramponierte Image regt sich nun Widerstand. Der Gelsenkirchner Olivier Kruschinski will sich seine geliebte Heimat nicht länger schlecht reden lassen. Der Städteführer entwickelte den scherzhaften Hashtag #401GE. Damit will Kruschinski nun von ganz hinten angreifen und Gelsenkirchen wieder ein freundlicheres Bild verschaffen.

Ins Ruhrgebiet kommen ja jedes Jahr knapp zehn Millionen Menschen. Davon fallen knappe drei Millionen auf meine Stadt ab. – Olivier Kruschinski, Initiator der Kampagne #401GE

Wie genau Olivier Kruschinski das anpacken will, hat er detektor.fm-Moderator Christian Erll erklärt.