Stadtgespräch | Hamburger Pfandregal

Hightech-Mülleimer lassen Flaschensammlern keine Chance

03.06.2014

Die Stadt Hamburg wollte mit ihren neuen 160 solarbetriebenen Mülleimern etwas Gutes für die Umwelt tun und gleichzeitig die Kosten für die Städtereinigung senken. Doch an die Flaschensammler hat dabei niemand gedacht.

Die Zahl der Pfandsammler ist unklar. Auf jeden Fall werden es immer mehr und manch einem passen sie nicht ins Stadtbild. flickr.com | amade_a | CC BY 2.0

Die neuen Mülleimer in der Hamburger Innenstadt haben schnell einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Menschenverachtend sei das Verhalten der Stadtverwaltung, konnte man in den sozialen Netzwerken lesen.

Hightech gegen Pfandsammler

Doch was ist das Problem? Die Hightech-Tonnen sind so konstruiert, dass Flaschensammler keine Chance haben, Pfandflaschen zu suchen. Kritiker sehen darin eine bewusste Entscheidung der Stadt, die Pfandsammler zu vertreiben. Doch nun lenkt die Städtereinigung der Stadt Hamburg ein und bringt außen an den Tonnen ein Pfandregal an. Im „Hamburger Pfandregal“ können 5 Flaschen abgestellt werden und Flaschensammler können, ohne im Müll zu suchen, auf das Pfand zurückgreifen.

Pfandregal als Test

Doch das Pfandregal ist zunächst nur ein Testpilot. Sollte die Stadt bis Herbst dieses Jahres feststellen, dass im Pfandregal nur Müll liegt, werden die Regale wieder abgebaut und es muss nach einer anderen Lösung gesucht werden.

Am besten wäre es natürlich, wenn niemand in unserer Gesellschaft darauf angewiesen wäre, durch das Sammeln von Pfand einen Teil seines Lebensunterhaltes zu finanzieren. So sieht das auch Matthias Seeba-Gomille, Initiator von „Pfand gehört daneben“, mit dem wir über das Pfandregal und die Situation von Pfandsammlern in Hamburg gesprochen haben.

Matthias Sebba-Gomille_privatLieber wäre es uns natürlich, wenn es keine Menschen geben würde, die dieses Zubrot nötig haben, weil einfach das Grundeinkommen ausreicht.Matthias Sebba-GomilleInitiator der Kampagne Pfand gehört daneben.