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Besonders nachts häufen sich Geisterfahrten. Foto: A44 Dortmund-Kassel CC BY-SA 2.0 | Axel Schwenke / flickr.com

Stadtgespräch | Lorch: Rüttelstreifen gegen Falschfahrer

Geisterfahrer aufrütteln

Der Polizist Konstantin Berkovych hat eine Vorrichtung erfunden, die Geisterfahrten verhindern soll. Wer auf der falschen Spur unterwegs ist, wird dies zukünftig hören, spüren und sehen.

Horrorvorstellung Falschfahrer

Dunkelste Nacht. Schnell mit dem Auto nach Hause. Nur noch ein kurzes Stück Autobahn. Dann: Aus dem Nichts taucht plötzlich ein entgegenkommendes Auto auf – und zwar auf der eigenen Spur. Sicherlich eine absolute Horror-Vorstellung für alle Autofahrer.

Geisterfahrten passieren in Deutschland relativ häufig: Etwa 80 Unfälle gibt es jedes Jahr wegen Falschfahrern – oft mit Schwerverletzten oder Toten. Gerade in den Nächten an Wochenenden in den Sommermonaten häufen sich Geisterfahrten, so eine Studie des ADAC.

Die Falschfahrer sind häufig ältere Verkehrsteilnehmer, alkoholisiert oder wollen Suizid begehen. Gelegentlich kommt es allerdings auch vor, dass Verkehrsteilnehmer schlichtweg einem Stau entgehen wollen – und aus diesem Grund mal eben schnell auf der Autobahn wenden.

Geniale Erfindung: Rüttelstreifen

Damit die Zahl der Falschfahrer sinkt, hat sich der Polizist Konstantin Berkovych etwas Geniales einfallen lassen: Rüttelstreifen, die Falschfahrer spüren und hören lassen, dass sie in die falsche Richtung fahren. In Verbindung mit Hinweisschildern soll so ein funktionierendes Warn-System etabliert werden.

Die Rüttelstreifen sind kleine Rampen, die in die Fahrbahn eingelassen werden – wer sie in die korrekte Richtung überquert, rollt fast unbemerkt darüber hinweg. Geisterfahrer dagegen spüren und hören einen kleinen Schlag.

Da die Rüttelstreifen in unregelmäßigen Abständen auf der Fahrbahn angebracht sind, entsteht ein akustisches und haptisches Intervall. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Rüttelstreifen vergleichsweise günstig sind. Laut Erfinder Konstantin Berkovych kosten sie lediglich 3.500 Euro pro Ausfahrt.

Testphase läuft

Die Erfindung wird gerade an der Ausfahrt Lorch-Ost (Baden-Württemberg) getestet. Dort kam es in der Vergangenheit mehrfach zu Unfällen wegen Falschfahrern. Erst im Januar starb dort ein Freund des Rappers Kay One, der sich seither für mehr Verkehrssicherheit einsetzt.

„Damit gehen wir in Sachen Sicherheitsausstattung an Straßen über das Regelwerk des Bundes und die Straßenverkehrs-Ordnung hinaus“, sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann bei der Vorstellung des Pilotprojekts am Montag. Da bisher keine rechtliche Grundlage für die Rüttelstreifen vorliegt, war zuvor eine Sondergenehmigung des Ministers notwendig.

Wie genau die Rüttelstreifen funktionieren, hat ihr Erfinder Konstantin Berkovych mit detektor.fm-Moderator Lucas Kreling besprochen.

Das Sehvermögen, das Hörvermögen und der Tastsinnn müssen bei Falschfahrern optimal beeinflusst werden.Konstantin Berkovych
Stadtgespräch-Rüttelstreifen gegen Geisterfahre 05:53

Redaktion: Adrian Breda

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