Stadtgespräch | Massenschlägerei in Celle

Der Irak-Konflikt in Niedersachsen?

07.10.2014

Fausthiebe, Fußtritte und Angriffe mit Baseballschlägern: Bei einer Massenprügelei in Celle sind Muslime und Jesiden aneinandergeraten. Die Ausschreitungen könnten ein Abbild der Konflikte zwischen den Religionsgruppen im Irak und in Syrien sein.

Sie schlagen nach ihren Gegnern, treten auf sie ein. Sogar Baseballschläger sollen am Montagabend bei einer Massenprügelei im niedersächsischen Celle zum Einsatz gekommen sein. Rund 100 Menschen waren in die Schlägerei in Celle verwickelt. Doch der Anlass war keine aus dem Ruder gelaufene Party oder ein verlorenes Fußballspiel: In Celle gingen Muslime und Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden aufeinander los. 70 Polizisten waren nötig, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen – sechs Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Prügelei in Celle: Abbild entfernter Konflikte?

Aus Polizeikreisen und sozialen Netzwerken stammt die Vermutung, dass die Schlägerei mit den Kämpfen zwischen den Kurden und islamistischen Milizien in Syrien und dem Irak in Verbindung stehen könnte. Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit, die ursprünglich vor allem im Irak und in Syrien beheimatet sind. Seit ein paar Monaten werden sie von islamistischen Terroristen als „Ungläubige“ verfolgt.

Über die Massenschlägerei in Niedersachsen haben wir mit Polizeihauptkommissar Guido Koch von der Polizeiinspektion Celle gesprochen.

Polizist Guido KochEs gab in Celle noch nie solche Auseinandersetzungen zwischen religiösen Gruppen. Guido Kochist Polizeihauptkommissar und Pressesprecher der Polizeiinspektion Celle.