Play
Um der Hitze zu entfliehen, kommen viele MünchnerInnen ans Isarufer. Foto: Christof Stache | AFP
Bild: Christof Stache | AFP

Stadtgespräch | Nacktbaden an der Isar

„Keine Sittenpolizei“

„Nackerte“ mitten in München. Das hat in den letzten Woche für heftige Diskussionen in der Stadt gesorgt, selbst der Stadtrat hat sich damit beschäftigt. Was ist vorgefallen am Isarufer? Ein Anruf in München.

Badekleidung – In München ein dehnbarer Begriff

Extremwetter, Hitzerekord – seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist es im Juni noch nie so heiß gewesen wie dieses Jahr, berichtet der Klimawandeldienst der EU. Bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius strömen viele Menschen an Badestrände, Freibäder und Seen. So auch in München. Und fast überall gilt die Vorschrift, Badekleidung zu tragen. Auch die kommunale Badekleidungsverordnung der Stadt München schreibt das vor.

Bis vor Kurzem hieß es: Außerhalb der offiziellen FKK-Badestellen muss man Badekleidung tragen. Das war jedoch etwas unscharf. Nun ist die Regel allerdings geschärft worden, und es bleiben eigentlich keine Fragen mehr offen. – Johannes Mayer, Kreisverwaltungsreferat München

Wie viel FKK ist erlaubt? Über diese Frage hat der Münchner Stadtrat in den vergangenen Wochen gestritten. Den Anlass dazu haben mehrere Frauen gegeben, die sich barbusig am Isar-Ufer aufhielten. Und zwar solange, bis Sicherheitskräfte die Frauen nachdrücklich aufforderten, ihre Brüste zu bedecken oder an ausgewiesene FKK-Badestellen zu gehen. Die Situation ging so weit, dass sich andere Badegäste aus Solidarität mit den Frauen ebenfalls entkleideten.

Stadtrat diskutiert über Nacktbaden

Nach diesem Vorfall hat die CSU-Fraktion einen Dringlichkeitsantrag im Stadtrat eingereicht, wodurch die offizielle Verordnung konkretisiert wurde: Nacktbaden sei demnach erlaubt, wenn Bekleidung die „primären Geschlechtsorgane vollständig“ bedeckt. Die Grünen hatten davor unter anderem eingewendet, dass es nicht nachvollziehbar sei, wenn Männer „oben ohne“ baden dürften, Frauen hingegen nicht.

Über die Rechtslage zum Nacktbaden in München hat detektor.fm-Moderator Philipp Weimar mit Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferats München gesprochen.

Die Sicherheitsleute haben die Badeverordnung etwas überinterpretiert. Sie sind aber keine Sittenpolizei, wie viele ihnen daraufhin vorgeworfen haben.Johannes Mayer
Stadtgespräch | Nacktbaden in München 05:51

Redaktion: Alina Metz und Oliver Haupt

Volles Programm, (aber) null Banner-Werbung

Seit 2009 arbeiten wir bei detektor.fm an der digitalen Zukunft des Radios in Deutschland. Mit unserem Podcast-Radio wollen wir dir authentische Geschichten und hochwertige Inhalte bieten. Du möchtest unsere Themen ohne Banner entdecken? Dann melde dich einmalig an — eingeloggt bekommst du keine Banner-Werbung mehr angezeigt. Danke!

detektor.fm unterstützen

Weg mit der Banner-Werbung?

Als kostenlos zugängliches, unabhängiges Podcast-Radio brauchen wir eure Unterstützung! Die einfachste Form ist eine Anmeldung mit euer Mailadresse auf unserer Webseite. Eingeloggt blenden wir für euch die Bannerwerbung aus. Ihr helft uns schon mit der Anmeldung, das Podcast-Radio detektor.fm weiterzuentwickeln und noch besser zu werden.

Unterstützt uns, in dem ihr euch anmeldet!

Ja, ich will!

Ihr entscheidet!

Keine Lust auf Werbung und Tracking? Dann loggt euch einmalig mit eurer Mailadresse ein. Dann bekommt ihr unsere Inhalte ohne Bannerwerbung.

Einloggen