Stadtgespräch | Neun Jahre nach Loveparade-Unglück

Gegen das Vergessen

Neun Jahre ist es her, dass bei der Loveparade in Duisburg 21 Menschen starben. Bis heute ist nicht ganz geklärt, wer die Verantwortung für die Massenpanik trägt. Zum Gedenktag kommen Angehörige aus der ganzen Welt, um den Opfern zu gedenken.

Neun Jahre danach

Jedes Jahr am 23. Juli erstrahlt der Karl-Lehr Tunnel im Kerzenlicht zur „Nacht der tausend Lichter“ im Gedenken an die Opfer der Loveparade. Es ist der Ort, an dem sich die Katastrophe 2010 ereignet hat. Während der Techno-Party starben 21 Menschen im Gedränge, viele wurden verletzt. Zum neunten Mal versammeln sich Familien und Freunde der Opfer, um an die Menschen zu denken, die sie verloren haben. Noch vor einigen Jahren waren immer auch Nicht-Betroffene vor Ort, um ihre Anteilnahme auszudrücken. In diesem Jahr sind aber weniger Menschen da.

LoveparadeFür die Hinterbliebenen muss sich das Leben auch weiterdrehen. Benjamin Sartoryist freier Journalist und begleitet das Geschehen und die Folgen der Loveparade seit neun Jahren. 

Prozess droht zu verjähren

Nach wie vor gibt es keine strafrechtlichen Folgen für das Loveparade Unglück. Als der Prozess vor anderthalb Jahren angefangen hat, waren zehn Personen angeklagt. Mittlerweile wurde das Verfahren gegen sieben Angeklagte eingestellt. Darunter sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und einer des Veranstalters Lopavent. Freigesprochen wurden sie dadurch allerdings nicht.

Der Prozess gegen die übrigen Angeklagten läuft weiter, sie hatten eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldzahlung abgelehnt. Wenn es für die anderen Angeklagten von Lopavent aber nicht im folgenden Jahr zu einem Urteil kommt, droht im Juli 2020 die Verjährung. Am 30. Juli wird der Prozess fortgesetzt.

Über das Gedenken der Loveparade in Duisburg und ob es noch Hoffnung auf strafrechtliche Folgen gibt, hat detektor.fm-Moderatorin Yvi Strüwing mit Benjamin Sartory gesprochen. Er ist freier Journalist und begleitet das Geschehen und die Folgen der Loveparade seit neun Jahren.

Redaktion: Luisa Bebenroth