Stadtgespräch | reCup – Recyclebare Kaffeebecher in Rosenheim

Nachhaltigkeit beginnt am frühen Morgen

16.11.2016

Pfand als Mittel gegen Umweltverschmutzung? In Rosenheim gibt es seit Anfang November recyclebare To-go-Becher für den täglichen Kaffeegenuss. Das bundesweite Einsparpotential liegt bei 89 Bechern - pro Sekunde.

Ob morgens auf dem Weg zur Arbeit, beim schnellen Mittagessen auf die Hand oder als Wachmacher um Mitternacht – auf den Coffee to go möchten nur wenige verzichten. Der Kaffee für unterwegs ist ja auch eine tolle Sache. Nachhaltig ist er allerdings nicht. Jedes Jahr landen in Deutschland rund drei Milliarden Einwegbecher im Müll. Das sind 89 Becher pro Sekunde.

Die Ökobilanz unserer To-go-Kultur geht ins Bodenlose: Nicht nur bedeuten die Kaffeebecher aus Pappe jede Menge Müll, sondern auch die enorme Abnutzung natürlicher Ressourcen. Für ihre Produktion werden jährlich über 40.000 Bäume und 1,5 Milliarden Liter Wasser benötigt. Das geht auch anders.

reCup: recyclebare Kaffeebecher aus Plastik

In Rosenheim sagen zwei Jungunternehmer den Pappbechern den Kampf an. Statt auf Einwegbecher setzen sie auf wiederverwendbare Plastebehälter. „reCup“ heißen die To-go-Becher, die Florian Pachaly und Fabian Eckert entwickelt haben. Das System ist ganz einfach: Für einen Euro Pfand bekommt man seinen Kaffee im reCup und kann den Becher dann unterwegs in jedem teilnehmenden Café wieder abgeben. In Rosenheim ging das Pfandleihsystem am 1.  November an den Start, viele Cafés in der ganzen Stadt beteiligen sich. Und die Mühe scheint sich zu lohnen.

Die Reaktionen waren von Anfang an durchweg positiv. – Florian Pachaly von reCup

Viele Cafébesitzer und -gäste sind begeistert von der Idee und freuen sich über die Möglichkeit, privat etwas gegen die Umweltverschmutzung tun zu können. Die Zahlen belegen, dass das System tatsächlich etwas bringen könnte: Rund 500-mal lässt sich ein solcher reCup neu befüllen. Schon nach wenigen Wiederverwendungen hat er eine bessere Bilanz als herkömmliche Pappbecher.

Das Konzept überzeugt also, nicht nur in Rosenheim. Ist die Testphase erfolgreich, wird weiter angegriffen: Mehrere große Städte in Deutschland interessieren sich für die recyclebaren Kaffeebecher der beiden jungen Unternehmer.

Über die Entstehung und das Konzept ihrer Idee hat detektor.fm– Moderator Alexander Hertel mit Florian Pachaly, dem Co-Founder von reCup, gesprochen.

portrait-flo-350x350-e1478888689517Schon nach wenigen Nutzungen ist die ökologische Bilanz der reCup besser als die der Einwegbecher.Florian Pachalyist Mitbegründer von "reCup", einem jungen Unternehmen aus Rosenheim. 

Redaktion: Birthe Kleemann