Stadtgespräch | Siedlung in Brandenburg versteigert

140 000 Euro für Alwine

13.12.2017

140.000 Euro für sechs Wohnhäuser und ein paar Schuppen. Die Siedlung Alwine in Brandenburg hat einen neuen Besitzer. Die Einwohner hoffen nun, dass sich die Zustände in ihrem Zuhause verbessern.

Siedlung in den Schlagzeilen

Im Süden von Brandenburg, ungefähr auf halber Strecke zwischen Berlin und Dresden, liegt die Stadt Uebigau-Wahrenbrück. Zu ihr gehört eine abgelegene Waldsiedlung mit dem Namen Alwine. Jahrelang haben die Einwohner der Siedlung ein eher beschauliches Dasein geführt. Einkaufsmöglichkeiten gibt es dort nicht, die einzige Buslinie in der näheren Umgebung fährt ohne Halt vorbei. Doch seit ein paar Wochen interessieren sich nicht nur deutsche, sondern auch internationale Medien für das Schicksal von Alwine. Denn ein Unbekannter hat die gesamte Siedlung – sechs Wohnhäuser, ein paar Schuppen und Garagen – nun für 140.000 Euro ersteigert.

Wie ist es dazu gekommen?

Bis zur Wende hat Alwine zu einer nahegelegenen Fabrik für Kohlebriketts gehört. Nach ihrer Schließung haben zwei Brüder die Siedlung zum symbolischen Preis von einer D-Markt gekauft. Weil einer der beiden kürzlich verstorben ist, hat ein Auktionshaus in Berlin die Versteigerung organisiert. Die Bewohner von Alwine haben davon erst durch einen Artikel der Bild erfahren. Das hat für Unmut und Angst gesorgt:

Dürfen wir denn hier noch weiter wohnen, wenn das jemand ersteigert? Was wird aus uns in diesen, mal gelinde gesagt, miserablen Wohnsubstanzen? – Peter Kroll, Ortsvorsteher von Domsdorf

Zum Wohle der Bewohner

Geboten hat bei der Auktion nur ein einziger Interessent. Obwohl er zunächst anonym bleiben will, hoffen die Einwohner von Alwine nun, dass sich endlich jemand um ihr Zuhause kümmert. Denn viele Wohnungen in Alwine stehen leer und die Wohnhäuser müssen dringend saniert werden.

Der Käufer hat getitelt: Den Menschen aus Alwine zum Wohle. Das ist ein Versprechen. Das heißt, es soll eine Änderung in Form von Sanierungsarbeiten geschehen. Dazu gehören dann aber noch ein paar Euros mehr. – Peter Kroll

Über die Versteigerung der Siedlung Alwine in Brandenburg hat detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer mit Peter Kroll, Ortsvorsteher von Domsdorf in Brandenburg gesprochen.

Peter KrollWie auch immer es geschehen ist: Eine große Zeitung Deutschlands mit vier großen Buchstaben war die erste, die hier aufkreuzte und vor ein paar Wochen einen Bericht veröffentlichte. Und schon war es geschehen, dass über 20 Rundfunk- und Fernsehanstalten oder Zeitungen hier aufschlugen.Peter Krollist Ortsvorsteher von Domsdorf, zu dem Alwine gehört. 

Redaktion: Laura Almanza