Stadtgespräch | Snowfarming in Scheidegg

Übersommert Schnee am besten im Depot?

Mit den Folgen des Klimawandels haben viele Skigebiete zu kämpfen. So auch die kleine Gemeinde Scheidegg am Bodensee. Dieses Jahr versucht der Kurort einen Teil des Winterschnees über den Sommer aufzubewahren.

Rettet Snowfarming die Wintersaison?

Die Gemeide Scheidegg zählt zu Deutschlands sonnenreichsten Orten. Im Winter eignet sich der Kurort für Wintersport – egal ob Rodeln, Winterwandern oder Langlaufski. Doch wie in vielen Skigebieten, gibt es hier ein grundlegendes Problem. In der Wintersaison mangelt es an Schnee. Also gibt es auch keine Langlaufpisten, auch Loipen genannt. Und ohne Skigebiet fehlen vermutlich bald die Touristen. Deswegen versucht es die Gemeinde am Bodensee mit einem neuen Projekt: Snowfarming.

Wir sind um einiges wirkungsvoller, da wir den Schnee in den Zeiten herstellen, in denen Minus-Temperaturen herrschen, und nicht wie die großen Skigebiete in Zeiten, in denen die Schneekanonen einen geringen Wirkungsgrad besitzen. – Ralf Arnold, Mitglied vom Gemeinderat und Landwirt in Scheidegg

Neuer Trend: Skigebiete sammeln Schnee

Bei dem genannten Verfahren wird künstlicher Schnee verwendet. Wobei dieser Schnee nichts Künstliches enthält. Stattdessen wird der Schnee einfach mit technischen Hilfsmitteln hergestellt. Anschließend lagern die großen Mengen Schnee in abgedeckten Depots. Ohne direkte Sonneneinstrahlung und mit guter Isolierung kann ein Großteil des Schnees so die hohen Temperaturen des Sommers überleben. Obwohl das Verfahren modern wirkt, stammt es bereits aus der Antike. Damals wurde der Schnee mit Torf oder Erde abgedeckt.

Wie die Gemeinde Scheidegg das Snowfarming gestaltet, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit Ralf Arnold. Er sitzt im Gemeinderat von Scheidegg und begleitet das Projekt.

Ralf Arnold_privat_skaliertWir wollen natürlich auch den Wintersport bei uns vor Ort betreiben.Ralf Arnoldblickt gespannt auf die Ergebnisse des ersten Snowfarming-Versuchs in seiner Gemeinde. 

Redaktion: Sören Hinze