Stadtgespräch | Rockerprozesse überlasten Ulmer Richter

25.02.2014

Die Stadt Ulm gilt als Hochburg der Rocker-Kriminalität. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Stadtbild - auch die Strafrichter sind mittlerweile überlastet. Was sind die Konsequenzen?

Die Rockerkriminalität ist im ganzen Süd-Westen Deutschlands ein Problem, Ulm gilt seit Jahren als Hochburg. Foto: Alex Schmitt | flickr.com | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Rocker gibt es in Ulm in Hülle und Fülle. Vor dem Landgericht in Ulm fahren immer wieder Zeugen vor – und zwar nicht wenige, denn dort finden momentan gleich mehrere große Rockerprozesse statt. 118 Zeugen sind es alleine beim aktuellen Rocker-Prozess. Die Staatsanwaltschaft wirft einem Mitglied der Rockergruppe Black Jackets versuchten Mord vor. Die Sicherheitsauflagen sind bei Rockerprozessen aufgrund von Bandenkriegen generell sehr hoch. Aber was passiert außerhalb der Gerichtsräume – beeinflusst das Geschehen am Gericht auch die Stadt?

Erster Haftbefehl aus Zeitmangel aufgehoben

Auch bei Gericht gibt es mittlerweile Probleme. Das Ulmer Landgericht ist durch die großen Rockerprozesse mittlerweile völlig überlastet. Eine erste drastische Folge: Die Ulmer Strafkammer musste den Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Betrüger aufheben. Denn der Prozess konnte nicht fristgerecht eröffnet werden – aus Zeitmangel.

Über die problematische Arbeitssituation der Strafrichter in Ulm haben wir mit dem Präsident des Ulmer Landgerichts Lutz-Rüdiger von Au gesprochen.

Die Verfahren verlangen einen großen Sicherheitsaufwand. […] Wir sind an unserer Belastungsgrenze angekommen. – Lutz-Rüdiger von Au