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Die Gründerszene: progressiv in Innovationen, konservativ in geschlechterspezifischer Entlohnung. Und dennoch feiert sie sich selbst. Foto: Start Ups | CC BY 2.0 | Jalisco Campus Party / flickr.com

Start-up-Kultur und Gender Pay Gap

„Die Start-up-Szene ist männlich – und ungerecht“

Obwohl viele Frauen in die Selbstständigkeit gehen, ist die Zahl an Gründerinnen von Start-ups verhältnismäßig gering. Und auch die Ungleichheit in der Bezahlung ist hier besonders hoch. Woran liegt das?

Von wegen fortschrittlich

Die deutsche Start-up-Szene ist vorwiegend jung, weiß, männlich und gibt sich gerne fortschrittlich. So steht sie dem großen Bruder im US-amerikanischen Silicon Valley in nichts nach: die Bezahlung beider Geschlechter ist ungleich.

In einem internen Memo eines jetzt ehemaligen Google-Mitarbeiters ist diese Haltung erneut offensichtlich geworden. Frauen seien rein biologisch einfach weniger geeignet, Führungspositionen zu übernehmen und in der IT-Branche zu arbeiten – schreibt er sinngemäß. Weiter kritisiert er die daraus vermeintlich entstehende Bevorzugung von Frauen in der Technik-Branche. Nur wenige Tage später ist er seinen Job los.

Gründungsfrauen

Nur knapp 13 Prozent der Menschen, die in Deutschland Unternehmen in der Technologie-Branche gründen, sind weiblich. Das geht aus einer Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim hervor. Frauen gründen demnach lediglich eines von 20 Hightech-Start-ups.

Vergleicht man diese Zahlen mit dem Gesamtanteil von Frauen in Unternehmensgründungen ist der Unterschied von der Start-up-Branche zu anderen Wirtschaftsbereichen noch eklatanter. Laut dem Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau aber machen seit 2013 die Selbstständigkeiten von Frauen 43 Prozent aller Existenzgründungen aus. Damit war die Beteiligung noch nie so hoch.

Die Start-up-Welt ist männlich

Einen großen Unterschied gibt es außerdem auch bei der Bezahlung von Frauen in Start-ups: „Der durchschnittliche Bruttoverdienst von Frauen lag 2015 um 21 Prozent niedriger als der Verdienst der Männer“, berichtet das statistische Bundesamt. In der Start-up-Szene liegt der sogenannte Gender Pay Gap sogar noch höher – bei circa 25 Prozent.

In der Start-up-Welt ist es einfach so, dass sie viel männlicher ist. – Inga Höltmann, Wirtschaftsjournalistin und Gründerin der Accelerate Academy

Dafür sind unter anderem strukturelle Probleme verantwortlich. Auf unterschiedliche Ausbildungen kann der Gender Pay Gap nicht zurückgeführt werden.

Warum die Ungleichbehandlung von Frauen gerade in der Start-up-Branche so stark ist, darüber hat detektor-fm Moderator Kais Harrabi mit der Wirtschaftsjournalistin und Gründerin der Accelerate Academy Inga Höltmann gesprochen.

fragt Inga Höltmann, Wirtschaftsjournalistin und Gründerin der Accelerate Academy.

Axel Kuhlmann
Warum werden denn typische Frauenberufe schlechter bezahlt als Männerberufe?fragt Inga Höltmann, Wirtschaftsjournalistin und Gründerin der Accelerate Academy.
Genderlücke in deutschen Start-Ups 07:43

Redaktion: Ferdinand Moeck

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