Steuerhinterziehung: Begünstigt das föderale Steuersystem den Betrug?

10.03.2014

Über 18 Millionen Euro soll Uli Hoeneß am Fiskus vorbeigeschleust haben - das hat er heute zum Auftakt des Prozesses gestanden. Aber trägt das deutsche Steuersystem eine Mitschuld daran, dass solch hohe Summen nicht beim Staat ankommen?

Deutschlands momentan prominentester Steuerhinterzieher: Uli Hoeneß bei seinem Prozessauftakt. Foto: Sven Hoppe | AFP

Schon im Voraus ist viel über den Fall Uli Hoeneß diskutiert worden: muss er ins Gefängnis oder kommt er davon? Gilt die Selbstanzeige oder waren die recherchierenden Journalisten zu schnell? Letztendlich sind nicht die Spekulationen entscheidend, sondern das Urteil des Richters, der den Prozess gegen den Ex-Fußballprofi leitet.

Ist die Steuerfahndung nachlässig?

sieht an einigen Stellen Verbesserungsbedarf.Joachim Wielandsieht an einigen Stellen Verbesserungsbedarf. 

Aber wie einfach ist es eigentlich, Beträge von mehreren Millionen vor der Steuerfahndung zu verbergen? Das deutsche Steuersystem hat seine Tücken: denn es ist föderal aufgebaut, insgesamt kümmern sich also 16 Bundesländer und der Bund darum, Steuern einzutreiben. Nicht selten kommt es da zu Zwischenfällen: in einigen Ländern fehlt es an Personal, um Prüfungen durchzuführen, in anderen Ländern fehlt es schlicht an der Kommunikation. Die Behörden haben nicht einmal eine zentrale Datenbank, auf die man bundesweit zugreifen könnte. Bislang müssen die Unterlagen immer erst an die andere Behörde weitergereicht werden.

Wir haben mit dem Rechtswissenschaftler Joachim Wieland gesprochen. Er hat erklärt, wo die Probleme im deutschen Steuersystem liegen und an welchen Stellen es Verbesserungsbedarf gibt.

Steuerhinterziehung: begünstigt das föderale Steuersystem den Betrug?

Ein deutschlandweit einheitliches System würde ca. 10 Milliarden Euro zusätzlich bringen. – Joachim Wieland