Topf voll Gold | Ein Buch und Dieter Bohlen

Berichterstattung als Tragödie

08.03.2019

Verona Pooth veröffentlicht ein Buch. Und natürlich muss es darin auch um Dieter Bohlen gehen – mit dem war sie vor über 20 Jahren kurz verheiratet. Was die Boulevardpresse daraus macht: eine Tragödie in der Familien-Villa.

Die einzige Tragödie ist die Berichterstattung

Über 20 Jahre ist die Ehe zwischen Verona Pooth und Dieter Bohlen nun schon her. Aber ganz hinter sich lassen können sie das kurze Intermezzo wohl nicht. Im neu veröffentlichten Buch von Pooth spielt ihr Ex nämlich – natürlich – auch eine Rolle. Sie wiederholt die Vorwürfe, damals von ihm geschlagen worden zu sein.

Noch einmal zur Erinnerung: Auch dieser Vorfall ist über 20 Jahre her. Und trotzdem schafft es die Woche Heute, es auf ihrer Titelseite so wirken zu lassen, als wäre gerade tatsächlich irgendwas passiert im Hause Bohlen. Mit viel Fantasie kann man die Buchveröffentlichung als besagte Tragödie interpretieren. Aber mehr Sinn ergibt sich dadurch auch nicht.

Moritz Tschermak von Topf voll GoldSo sieht es natürlich erstmal so aus, als hätte es eine Tragödie zwischen Bohlen und seiner Partnerin gegeben. Und das ist natürlich falsch.Moritz Tschermaküber unsere Story der Woche. 

Bisschen überdramatisch?

Denn irgendwie bricht die Redaktion der Woche Heute diese Inhalte so sehr runter, dass es am Ende vor allem auch um die Beziehung zwischen Dieter Bohlen und seiner Partnerin Carina geht. Die hat mit der Story erst einmal gar nichts zu tun. Und dennoch ziert sie das Titelblatt. Unter ihrem Konterfei prangt die Überschrift: Tragödie in der Familien-Villa. Wie soll es jetzt nur weitergehen?

Warum das alles so absurd ist, wie es anmutet, das bespricht detektor.fm-Moderatorin Bernadette Huber mit Moritz Tschermak. Der Journalist betreibt neben dem BILDblog auch den Topf voll Gold.


Die Regenbogenpresse ist heiß, aber nur heimlich begehrt. Alltagssituationen, aufgeblasen zu dramatischen Seifenopern der Regenbogen-Realität. Für den Blog Topf voll Gold wühlt sich Moritz Tschermak Woche für Woche durch die deutsche Regenbogenpresse. Ein Journalist auf der vergeblichen Suche nach Seriosität. Den Topf voll Gold kann man auch bei Übermedien finden.

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