Topf voll Gold | Helmut Kohl in Trauer

Wenn, vielleicht, könnte

10.03.2017

Politik und Regenbogenpresse – das passt nicht so recht zusammen. Doch in der aktuellen Ausgabe der "Freizeit Express" findet man gleich Helmut Kohl, Angela Merkel und Martin Schulz auf einer Seite. Was beim aktuellen Wahlkampf nämlich noch niemand bedacht hat: den Herzschmerz des Altkanzlers!

Helmut Kohl hinter hohen Mauern

Helmut Kohl war mit 16 Jahren bisher am längsten als Kanzler im Amt. Er war der Kanzler, der an der Wiedervereinigung beteiligt war. Und er ist wohl der Altkanzler, der die unbeliebteste Ehefrau in der Regenbogenpresse hat. Wie das Klatschmagazin Freizeit Express schreibt, habe Maike Kohl-Richter ihren Mann mal wieder „hinter hohen Mauern eingesperrt“.

Das ist furchtbar, aber noch lange nicht alles. Denn im September könnte es für den CDU-Mann richtig dicke kommen. Vielleicht. Mal sehen.

Das Titelblatt mit der markanten Überschrift: „Helmut Kohl: Trauriger Abschied!“ lässt vermuten, dass entweder er gestorben ist oder jemand aus seinem Bekanntenkreis. Beim Betrachten des Artikels merkt der aufmerksame Leser jedoch schnell – die Vermutungen stimmen nicht. Hätte man sicherlich auch schon in seriöseren Zeitungen gelesen. Aber von wem nimmt der Altkanzler dann Abschied?

Was Wahlen wirklich beeinflussen sollte

Von Merkel natürlich. Seiner treuen Schülerin und loyalen Anhängerin. Sie gilt schon lange als Politikschützling Kohls. Wo Merkel hingeht? Na erst mal nirgends. Im September aber möglicherweise. Durch den Antritt von Martin Schulz als Gegenkandidat und seinen guten Umfragewerten vermutet Freizeit Express, dass der Altkanzler wohl um Merkel trauern wird, sollte sie verlieren.

Zum Glück spricht also endlich mal jemand die ernsthaften Probleme an! Unverantwortlich, wenn irgendjemand unter diesen tragischen Umständen trotzdem die SPD wählen würde.

Ob Moritz Tschermak vom Topf voll Gold das auch so sieht? Einfach mal in sein Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Carina Fron reinhören, da hat er’s erklärt!

KönigsfamilieDie Überdrehung einer kleinen Information, die ja auch irgendwie der Wahrheit entspricht, daraus eine traurige Geschichte zu machen – das ist das Geschäftsmodell der Regenbogenpresse.Moritz Tschermakhat das Prinzip von Klatsch-Artikeln durchschaut. 

Redaktion: Conny Poltersdorf


Die Regenbogenpresse in Deutschland ist heiß, aber nur heimlich begehrt. Alltagssituationen, aufgeblasen zu dramatischen Seifenopern der Regenbogen-Realität. Für ihren Blog Topf voll Gold wühlen sich Mats und Moritz Woche für Woche durch die deutsche Regenbogenpresse. Zwei Journalisten auf der vergeblichen Suche nach Seriosität. Den Topf voll Gold kann man auch bei Übermedien finden.

Topf voll Gold zum Hören: Jeden Freitag bei detektor.fm und hier als Podcast.