Topf voll Gold | Ist Prinzessin Mary von Dänemark krank?

Ferndiagnose: Nicht Krebs

07.07.2017

Die "Prima Woche" will bei Prinzessin Mary von Dänemark eine schlimme Krankheit entdeckt haben – die auch noch vererbbar sein soll. Dabei lohnt sich der Ärger nun wirklich nicht.

Mit Krankheitsdiagnosen im 21. Jahrhundert ist das bekanntlich so eine Sache. Schnell googelt man die eigenen Symptome und kommt ganz bequem zur eigenen Diagnose. Kopfschmerzen? Kann nur ein Aneurysma sein. Hautausschlag? Könnte Krebs sein.

Da ist der Gang zum Arzt doch meistens angebrachter. Das dachte sich auch die Prima Woche und hat sich für ihre Ferndiagnosen deswegen einen Dermatologen ins Haus geholt, um die Frage zu klären: Hat Prinzessin Mary von Dänemark Krebs?

Prinzessin Mary ist krank – oder?

Grund für die Ferndiagnose ist ein Foto von Prinzessin Marys Dekolleté. Auf dem lassen sich angeblich kleine weiße Punkte erkennen.

Das Haar sitzt. […] Prinzessin Mary von Dänemark strahlt heller als die Kronjuwelen. […] Was sie allerdings weniger gern vorzeigt, sind die merkwürdigen Flecken auf ihrer sonst so makellosen Haut. – Auszug aus der Prima Woche

Der Experte für Hautkrankheiten kommt zum schnellen Schluss: die weißen Punkte könnten auf die sogenannte Weißfleckenkrankheit hinweisen. Die sorgt allerdings bloß für einen „stellenweisen Verlust des braunen Hautpigments Melanin“.

Aber die Kinder!

Dank Experte ist der Krebs also vom Tisch. Dafür Hautflecken – und die können zu allem Unheil auch noch vererbt werden. Sollte Mary also mindestens an einer geringen Pigmentstörung leiden, so bestünde die Chance, dass ihre Kinder auch mal irgendwann ein paar Hautpigmente zu wenig haben.

Obwohl die Prima Woche also wusste, dass Prinzessin Mary vermutlich nicht an Hautkrebs leidet, hinderte sie das nicht, auf der Titelseite diesen Eindruck zu erwecken. Was Moritz Tschermack vom Topf voll Gold davon hält, hat er im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Eric Mickan erzählt.

PrinzMan leidet darunter natürlich, wenn man auf ein makeloses Hautbild Wert legt. [...] Der schlimme Krebs-Verdacht aus der Überschriff ist da jetzt aber nicht so angebracht. Moritz Tschermakbehält bei Topf voll Gold die Regenbogenpresse im Auge. 

Redaktion: Lars-Hendrik Setz


Die Regenbogenpresse in Deutschland ist heiß, aber nur heimlich begehrt. Alltagssituationen, aufgeblasen zu dramatischen Seifenopern der Regenbogen-Realität. Für den Blog Topf voll Gold wühlt sich Moritz Woche für Woche durch die deutsche Regenbogenpresse. Ein Journalist auf der vergeblichen Suche nach Seriosität. Den Topf voll Gold kann man auch bei Übermedien finden.

Topf voll Gold zum Hören: Jeden Freitag bei detektor.fm und hier als Podcast.