Topf voll Gold | Jan Fedder am Filmset

Wenn die Ideen ausgehen

23.10.2015

Was dabei herauskommt, wenn Boulevard-"Journalisten" Paparazzi-Fotos in die Hände fallen, zeigt das Klatsch-Magazin "die aktuelle". Das Opfer: TV-Polizist Jan Fedder. Was an den traurigen Behauptungen dran ist, analysieren Mats Schönauer und Moritz Tschermak vom Blog "Topf voll Gold".

„Es geht zu Ende“, titelt in diesem Monat die Zeitschrift „die aktuelle“. Auf dem Foto zu sehen: ein müder und zerzauster Jan Fedder. Kein Wunder, schließlich hat der 60-jährige Schauspieler gerade einen anstrengenden Drehtag hinter sich. Denn seit März dreht er die neuen Folgen für die ARD-Serie „Großstadtrevier“. In der Serie spielt er seit 1990 den Polizisten und Draufgänger „Dirk Matthies“.

Comeback vor der Kamera

Zwischendurch hatte sich der Schauspieler allerdings aus dem TV-Geschäft zurückgezogen, da er im Herbst 2012 die Diagnose „Mundhöhlenkrebs“ erhalten hatte. Seitdem kämpft er immer wieder mit der Krankheit. Im März 2015 dann das große Comeback: Fedder steht als „Dirk Matthies“ wieder vor der Kamera.

Es fehlt nur noch die Todesanzeige

Umso geschmackloser, dass „die aktuelle“ dem Schauspieler nun sein „Ende“ prophezeit. Außer den Ideen der Boulevard-Redakteure geht hier nämlich gar nichts zu Ende. In einem BILD-Interview soll er „letzte große Worte“ gefunden haben. In dem besagten Interview klingt jedoch überhaupt nichts nach Abschied – im Gegenteil. Fedder ist „glücklich und dankbar“ darüber, dass er die Krankheit überstanden hat. Er scherzt sogar: Mit 75 wolle er wieder mit dem Rauchen anfangen.

Dass jemand so tut, als würde er in den nächsten Tagen sterben, das ist schon extrem. – Mats Schönauer vom Blog „Topf voll Gold“

Vielleicht hat die Krankheit ja doch etwas Gutes gehabt: Jan Fedder hat ein dickes Fell bekommen. Wahrscheinlich hat er beim Anblick seines erfundenen Abschieds nicht einmal die Augen verdreht. Über die Spekulationen der Regenbogenpresse hat detektor.fm-Moderatorin Constanze Müller mit Mats Schönauer und Moritz Tschermak vom Regenbogenpresse-Watchblog Topf voll Gold gesprochen.

topfvollgold1_Mats-Schönauer-links_Moritz-Tschermak-rechts-200x1491Dass jemand mit der Leidensgeschichte eines Menschen spielt, ist nicht besonders pietätvoll.Mats Schönauer und Moritz Tschermaksind auch nach Jahren noch von der Skrupellosigkeit der Regenbogenpresse geschockt. 

Redaktion: Laura Zachmann


Die Regenbogenpresse in Deutschland ist heiß, aber nur heimlich begehrt. Alltagssituationen, aufgeblasen zu dramatischen Seifenopern der Regenbogen-Realität. Für ihren Blog Topf voll Gold wühlen sich Mats und Moritz Woche für Woche durch die deutsche Regenbogenpresse. Zwei Journalisten auf der vergeblichen Suche nach Seriosität.

Topf voll Gold zum Hören: Jeden Freitag bei detektor.fm und hier als Podcast.