Topf voll Gold | Schumachers Sohn

Ziemlich widerliche Angelegenheit

13.03.2015

Michael Schumacher ist seit seinem Unfall eines der Lieblingsthemen der Klatschpresse. Diese Woche titeln gleich zwei Blätter mit vermeintlichen Neuigkeiten über den Rennfahrer. Auslöser ist eine kleine Nachricht über seinen Sohn Nick. Ausgeschlachtet wird sie trotzdem.

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten

Auch 14 Monate nach seinem schweren Skiunfall arbeitet sich die Regenbogenpresse am Schicksal der Formel 1-Legende Michael Schumacher ab. Jeder noch so kleine Informationsschnipsel wird aufgesogen und zu gewinnbringenden Titeln verarbeitet. Diesmal nehmen die Klatschblätter den ersten Profivertrag von Schumachers fünfzehnjährigen Sohn Nick zum Anlass. Der fährt ab der kommenden Saison als Profi in der Formel 4. Ein „Lichtblick“ meint die „Woche der Frau“, eine „schreckliche Nachricht“ sieht darin widerum die „Woche Heute“. Ist eh egal, Hauptsache auf dem Cover kann man Michael Schumacher abdrucken.

„Böser verdacht“ gegen Cora Schumacher

Und wenn die „Woche der Frau“ schon mal dabei ist, aus dem familiären Umfeld Schumachers Geschichten zu drehen, bringt sie noch seine Ex-Schwägerin Cora ins Spiel. Die tritt nach ihrer Trennung von Schumachers Bruder Ralf in der RTL-Sendung „Let’s Dance“ als Amateurtänzerin auf. Hat man sie etwa nur eingeladen, um Interna aus dem Leben der Schumachers zu erfahren, fragt das Blatt betroffen, um sich dann treuselig über das Ausschlachten von Schumachers Leben zu echauffieren.

Geschmacklos, falls sie noch aus dem Unfall ihres Ex-Schwagers Profit schlägt. – Woche der Frau

Eine Doppelmoral, die selbst die hartgesottenen Boulevard-Leser Mats Schönauer und Moritz Tschermak schlucken lässt. Im Gespräch mit Moderatorin Doris Helpholdt erzählen die beiden, was die Regenbogenpresse noch alles zu Schumi-Geschichten verarbeitet hat und wie skrupellos die Macher der Klatschblätter Einzelschicksale von Promis ausschlachten, bis auch das letzte Heft verkauft ist.

Ihre größte Leidenschaft: KlatschpresseDiese wirklich widerliche, eklige Doppelmoral zieht sich wie ein roter Faden durch die Berichte über Michael Schumacher.Mats Schönauer und Moritz Tschermaksind immer wieder erstaunt über die Chuzpe der Regenbogenpresse, wenn es darum geht, menschliche Schicksale auszuschlachten. Foto: privat 

Redaktion: Alexander Hertel


Die Regenbogenpresse in Deutschland ist heiß, aber nur heimlich begehrt. Alltagssituationen, aufgeblasen zu dramatischen Seifenopern der Regenbogen-Realität. Für ihren Blog Topf voll Gold wühlen sich Mats und Moritz Woche für Woche durch die deutsche Regenbogenpresse. Zwei Journalisten auf der vergeblichen Suche nach Seriosität.