Topf voll Gold | Panik im spanischen Königshaus

Schockdiagnose: Es ist absolut nichts passiert!

14.07.2017

Das spanische Königshaus ist in großer Aufruhr! Könnte eine gefährliche Krankheit bald die beiden Töchter von Letizia und Felipe hinraffen? Damit hier gleich niemand unter Schnappatmung zusammenklappt, wollen wir direkt Entwarnung geben: nein.

Beim Blick auf das neue Cover der Freizeit Vergnügen weiß man gar nicht so recht, wo man zuerst hinschauen soll. Großes Babyglück in Schweden, großes Mutterglück mit 57, Kuchenrezepte mit köstlichen Heidelbeeren (wenn jetzt jemand so richtig Hunger bekommt, hier entlang). Alles klingt so herzallerliebst. Doch dann, Panik: Wie krank sind die Töchter der spanischen Königin Letizia wirklich?!

Panik im spanischen Königshaus

Wie so oft, wenn es um vermeintliche Krankheiten der Promis geht, ist die Frage relativ leicht zu beantworten: gar nicht. Klar, vielleicht macht sich mal ein Schnupfen breit oder der Knöchel ist verstaucht. Dramatischeres bleibt aber meistens aus. Weil „Königskinder sind vollkommen gesund“ aber nun mal keine sonderlich aufregende Schlagzeile ist, helfen die Klatschreporter gerne einmal nach. Worum geht es diesmal?

Grund für die ganze Aufregung ist die Bluterkrankheit. Diese verhindert, dass die Blutgerinnung einsetzt, selbst leichte Blutungen können dabei so zu starkem Blutverlust führen. So weit, so richtig. Auch daran, dass vor allem die europäischen Könisghäuser von der Krankheit heimgesucht wurden, ist erst einmal nichts auszusetzen.

Dann aber geht’s los. Der Redakteur der Freizeit Vergnügen spekuliert nämlich den halben Artikel darüber, ob auch Letizias und Felipes Töchter Leonor und Sofia an der Krankheit leiden könnten. Denn das spanische Königshaus stammt in direkter Linie von Viktoria von England ab – die wohl bekannteste Frau, die an der Krankheit litt.

Eine seltene Krankheit bedroht ihre Töchter! – Überschrift der Freizeit Vergnügen

Gegen Ende wird dann fast beiläufig erwähnt, dass die beiden Mädchen rein genetisch nicht erkranken können. Tatsächlich sind Frauen zwar häufiger mal Träger des Gens, erkranken dabei aber selbst so gut wie nie. Na mei, kein Grund, auf dem Cover und der Headline nicht trotzdem so zu tun, als ob.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts

Zurück bleibt lediglich etwas Ratlosigkeit, was der Artikel eigentlich sollte. Dieses Gefühl der Ratlosigkeit dürfte auch Moritz Tschermack bekannt sein. Für den Blog Topf voll Gold blättert er regelmäßig durch die Boulevardpresse. detektor.fm-Moderatorin Anna Corves hat mit ihm über die neuesten Nicht-Enthüllungen in Spanien gesprochen.

Lilly BeckerSelber sind sie jetzt erst mal nicht bedroht. Moritz Tschermackwühlt sich regelmäßig durch die "Berichterstattung" der Klatschpresse. 

Die Regenbogenpresse in Deutschland ist heiß, aber nur heimlich begehrt. Alltagssituationen, aufgeblasen zu dramatischen Seifenopern der Regenbogen-Realität. Für den Blog Topf voll Gold wühlt sich Moritz Woche für Woche durch die deutsche Regenbogenpresse. Ein Journalist auf der vergeblichen Suche nach Seriosität. Den Topf voll Gold kann man auch bei Übermedien finden.

Topf voll Gold zum Hören: Jeden Freitag bei detektor.fm und hier als Podcast.