Topf voll Gold | Sandra Bullock verklagt die „Freizeitwoche“

"Wo kein Kläger, da kein Richter"

06.04.2018

Sandra Bullock klagt gegen die Zeitschrift "Freizeitwoche". Der Grund sind veröffentlichte Interviews von ihr, die sie nie gegeben haben will. Ein Einblick in die fragwürdigen Methoden der Regenbogenpresse.

Sandra Bullock: Erfundene Interviews

Sandra Bullock hat die Zeitschrift Freizeitwoche verklagt. Grund dafür sind fünf Interviews gewesen. Insgesamt hat das Boulevardblatt diese in einem Zeitraum von zehn Jahren veröffentlicht. Dabei soll Bullock intime Details aus ihrem Privatleben erzählt haben. Allerdings sagt der Hollywoodstar, dass sie die Interviews nie gegeben hat. Nun befasst sich das Hamburger Landesgericht mit diesem Vorfall, da die Schauspielerin 100.000 Euro Schadensersatz fordert.

Es ist schon eine relativ große Nummer, weil obwohl noch kein Urteil vorhanden ist, die Redaktion schon eine Richtigkeitsdarstellung abgedruckt hat. […] Höchstwahrscheinlich um die Strafe milder ausfallen zu lassen. – Moritz Tschermak, Topf voll Gold

„Freizeitwoche“ nimmt Stellung

In einer Richtigkeitsdarstellung bezieht die Zeitschrift Stellung. Jedoch zeigt sich damit die Art und Weise wie die Regenbogenpresse arbeitet. In der Stellungsnahme heißt es, dass die Artikel von freien Mitarbeitern stammen und das deswegen die Arbeit mit ihnen nun überprüft werden muss.

Die Redaktion macht sich also ein bisschen vom Täter zum Opfer. – Moritz Tschermack

Über den Fall um Sandra Bullock und die Arbeitsweise in der Boulevardpresse hat detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop mit Moritz Tschermak vom Blog Topf voll Gold gesprochen.

Sandra BullockDie letzten drei Interviews hätten eigentlich die Redaktion der "Freizeitwoche" misstrauisch machen müssen, denn da hat Sandra Bullock wirklich wahnsinnige Dinge ausgeplaudert. [...] Es wäre einfach merkwürdig, wenn eine ziemliche Hollywood-Größe solche privaten Dinge einem kleinen Klatschmagazin in Deutschland erzählen sollte.Moritz Tschermackspricht jede Woche mit uns über die Abgründe der Klatschpresse. 

Redaktion: Moritz Steinacker


Die Regenbogenpresse ist heiß, aber nur heimlich begehrt. Alltagssituationen, aufgeblasen zu dramatischen Seifenopern der Regenbogen-Realität. Für den Blog Topf voll Gold wühlt sich Moritz Tschermak Woche für Woche durch die deutsche Regenbogenpresse. Ein Journalist auf der vergeblichen Suche nach Seriosität. Den Topf voll Gold kann man auch bei Übermedien finden.

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