Topf voll Gold | Victoria von Schweden als Gemälde

Die flambierte Prinzessin

17.03.2017

"Der Skandal brummt wie ein Hornissennest." Die "Revue Heute" berichtet von einem Nackt-Skandal, und zwar von der sonst so züchtigen Prinzessin Victoria von Schweden. Aufgetaucht sind nicht etwa Fotos, sondern ein Gemälde einer jungen schwedischen Künstlerin. Victoria ist darauf entblößt.

Sinnliche Kunst von Victoria

Die junge schwedische Künstlerin Amanda Hedman Hägerström hat die Prinzessin Victoria von Schweden gemalt: mit Krone und rosafarbenem Prinzessinnenkleid. Die Pose ist hier vor allem wichtig: sitzend mit gespreizten Beinen, barfüßig, ein Bein freigelegt. Eine Hand wandert unter das Kleid in Richtung Schoß. Der Blick dabei frontal noch vorne gerichtet. Kann eine Prinzessin etwa auch sinnlich sein?

„Schockierende Bilder aufgetaucht!“

So kündigt die Revue Heute auf ihrem Titel diesen Nacktskandal an. Damit werden fälschlicherweise Vermutungen befeuert, dass „pornöse“ Fotografien von der Prinzessin im Umlauf sind. Dahinter verbirgt sich lediglich Kunst. Kunst, die in Schweden scheinbar Entsetzen hervorruft. Von „skandallös“ und „obszön“ ist die Rede.

Das Königshaus allerdings reagiert erwartungsgemäß nicht. Wo herrscht also dieses Entsetzen über nicht-obszöne Bilder?

Sprachlich toll

Vor allem die Wortwahl fällt in diesem Artikel auf. Sie sprechen von „Prinzessliche Lust in Öl“ und „Frau, die sich selbst entflammt“. Das alles bezieht sich auf die Andeutung, dass die Prinzessin sich lustvoll berührt – also zumindest auf dem Ölgemälde.

Später greifen sie das Wort auch noch einmal auf und sprechen von einer flambierten Frau. Sprachlich wirklich traumhaft. – Moritz Tschermak

Originaler Skandal?

In den Bildunterschriften fallen außerdem Bezeichnungen wie „Victoria als Original“ und „Victoria als Fälschung“. Man kommt nicht umhin zu fragen: Was wurde hier gefälscht? Ein Skandal? Oder Empörung? Und empört das einen Revue Heute-Leser heute noch?

Das und mehr bespricht detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Moritz Tschermak von unserer Regenbogen-Überwachungsstelle Topf voll Gold.

KohlDa dachte ich am Kiosk: Hier gibt es richtig was zu sehen. Ich schlage Seite 11 auf und bin auch etwas enttäuscht.Moritz Tschermak von "Topf voll Gold"lässt sich immer noch von den Regenbogengeschichten überraschen.