Umweltfreundlich Essen

Es ist kompliziert

27.08.2018

Rund um das Thema umweltfreundlicher Lebensmittelkonsum herrscht viel Verwirrung. Wie kann man trotzdem den Überblick behalten?

Wie geht umweltfreundlich Einkaufen?

Umweltfreundlich Essen? Wie umweltfreundlich ein einzelnes Lebensmittel tatsächlich ist, kann man nur sehr schwer beantworten. Jedes Produkt hat eine lange Herstellungskette. Jeder Schritt, vom Feld bis auf den Teller und in den Müll, belastet die Umwelt in unterschiedlichem Maße. Denn zur Ökobilanz zählt nicht nur der Ausstoß von Treibhausgasen.

Auch Wasser- und Energieverbrauch, Transport, Verarbeitung sowie Bodenbelastung spielen eine Rolle. Das sind alles Dinge, die ein einzelner Mensch im Supermarkt unmöglich für jeden Griff ins Regal selbst beantworten kann. Allgemeingültige Regeln, die immer zutreffen, gibt es nicht. Das kann auch motivierte Umweltschützer frustrieren und entmutigen. Auf ein paar Dinge kann trotzdem jeder beim Einkauf achten. Sie tragen unter dem Strich zu mehr Umweltschutz bei, auch wenn der Einzelfall unter Umständen abweicht.

Das schlechte grüne Gewissen

Das Bewusstsein für den Zusammenhang von Umwelt und Ernährung wächst. Allein an der Umsetzung hapert es in vielen Fällen noch. Bei einem Marktanteil von rund fünf Prozent lässt sich in Sachen Bio-Trend noch lange nicht von einer Massenbewegung sprechen. Fragt man jedoch Menschen, wie wichtig ihnen Umwelt- und Tierschutz beim Einkauf sind, sprechen sich über die Hälfte der Befragten dafür aus. Wie passt das zusammen? Zumindest ist die Problematik in den Köpfen der Menschen präsent. Vielleicht sogar in Verbindung mit einem schlechten Gewissen, die guten Vorsätze nicht in die Tat umzusetzen.

Genau dieses schlechte Gewissen macht sich auch die Lebensmittelindustrie zunutze, wenn Produkte als besonders „grün“ und nachhaltig beworben werden. Dahinter verbergen sich oft Konzerne, deren Herstellungsmethoden auf der Ausbeutung von Natur und Menschen beruhen. Trotzdem wird uns vorgegaukelt, wir könnten bequem mit dem Kauf eines einzelnen Produktes die Welt zu einem besseren Ort machen. Und das wird auch von der Politik nicht verhindert. Man sieht: Es ist kompliziert. Fest steht, der gute Wille allein reicht nicht. Wer etwas ändern möchte, muss seinen Konsum grundlegend überdenken.

detektor.fm-Redakteurin Berit Ström hat zum Thema „Umweltfreundlich Essen“ recherchiert und darüber mit verschiedenen Wissenschaftlern und Fachleuten gesprochen. In Folge 1 der Themenstunde spricht sie mit detektor.fm-Moderator David Seeberg über die Umweltfreundlichkeit von Lebensmitteln und worauf man beim Einkauf achten kann. In Folge 2 erklärt detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop, wie Umweltschutz und Lebensmittelkonsum mit Politik, Industrie und Psychologie zusammenhängen.

Redaktion: Berit Ström