Vom 450 zum 100 Euro-Job? – Grüne wollen Minijob begrenzen

28.03.2013

Mehr als sieben Millionen Menschen arbeiten in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. Geht es nach den Grünen, sollen Minijobs zukünftig schon ab 100 Euro besteuert werden. Dadurch sollen mehr reguläre Beschäftigungen entstehen.

Einkommen ab 100 Euro sollen, nach Vorschlag der Grünen, steuer- und abgabepflichtig werden. Foto: Michael Gottschalk/dapd

Mehr als sieben Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis: besser bekannt als Minijob.

Stellvertretender Direktor für Arbeitspolitik.Dr. Werner EichhorstStellvertretender Direktor für Arbeitspolitik.  

Dabei können bis zu 450 Euro verdient werden, ohne dass Steuern- oder Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Auch von der Rentenversicherungspflicht kann man sich in Minijobs befreien lassen.

Zehn Jahre nach den Hartz-Reformen wird jedoch immer deutlicher:  Die Idee vom einfacheren Einstieg auf den Arbeitsmarkt durch Minijobs hat nicht funktioniert. Viel mehr hat sich ein paralleler Arbeitsmarkt entwickelt und in manchen Branchen  – vor allem im Dienstleistungssektor – ersetzen Minijobs reguläre sozialversicherungspflichtige Jobs fast vollständig.

Die Spitzenkandidatin der Grünen Katrin Göring-Eckhardt hat in einem Interview nun vorgeschlagen, Minijobs auf 100 Euro zu begrenzen. Dadurch würden mehr reguläre Beschäftigungsverhältnisse entstehen. Außerdem wären die Leute besser abgesichert und könnten mehr Rentenansprüche aufbauen.

Ob die Begrenzung der Minijobs wirklich etwas auf dem Arbeitsmarkt verändern könnte, darüber haben wir mit Werner Eichhorst vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) gesprochen.

Vom 450 zum 100 Euro-Job? - Grüne wollen Minijob begrenzen