Warum eine Patientenverfügung wichtig ist

Wer entscheidet über den Tod?

05.07.2019

Leben oder Tod? Wenn schwer kranke Patienten ihren Willen nicht mehr selbst zum Ausdruck bringen können, entscheiden Ärzte oder Betreuungsrichter über die weitere Behandlung. Außer es liegt eine Patientenverfügung vor. Darüber aber machen sich Viele zu wenige Gedanken.

Ein würdevoller Tod dank Patientenverfügung

Gewiss, es ist nicht einfach über den Tod zu sprechen. Schon gar nicht mit Verwandten oder Freunden. Doch auch wenn es unangenehm ist, sollte man sich früh genug damit auseinandersetzen. Denn wenn schwer kranke Menschen ihren Willen nicht mehr selbst ausdrücken können, dann tun es Fremde. Den sogenannten mutmaßlichen Patientenwillen bestimmen dann Ärzte oder Betreuungsrichter. Sie entscheiden damit auch über den weiteren Verlauf der Behandlung.

Um das zu vermeiden, gibt es Patientenverfügungen. Darin ist festgelegt, wie einem schwer kranken Menschen unter Berücksichtigung seiner Würde und seines Persönlichkeitsrechts eine angemessene Behandlung gewährt und ein Sterben nach dessen Wünschen ermöglicht werden kann.

Zahlreiche Beratungsangebote

Im Internet gibt es viele Vorlagen für Patientenverfügungen, die zahlreiche konkrete Krankheitsbilder betreffen. Um sich grundsätzlich zu informieren, sind diese Unterlagen oft hilfreich. Weil die Entscheidung über den eigenen Tod wohlüberlegt sein sollte, kann die Auseinandersetzung mit ihnen allerdings nur der erste Schritt sein.

Suchen Sie den persönlichen Kontakt, lassen Sie sich gut beraten. Setzen Sie sich mit Menschen in Verbindung, die medizinische Kenntnisse haben. Das kann Ihr Hausarzt sein, aber auch eine der zahlreichen Beratungsstellen. – Elke Rasche, Leiterin der Zentralstelle Patientenverfügung des Humanistischen Verband Deutschlands (HVD)

Über Patientenverfügungen hat detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit Elke Rasche gesprochen. Sie ist die Leiterin der Zentralstelle Patientenverfügung beim HVD.

PatientenverfügungEs ist besser, sich in Ruhe mit diesem Thema zu befassen. Also bevor überhaupt der Fall eintritt, auf eine Patientenverfügung angewiesen zu sein. Denn das kann relativ schnell passieren. Elke Rascheist Psychologin und leitet die Zentralstelle Patientenverfügung beim Humanistischen Verband Deutschlands. 

Redaktion: Oliver Haupt