Was wichtig wird | Verdi und Fridays for Future

Echte Solidarität oder Chefidee?

Verdi-Chef Frank Bsirske empfiehlt den Gewerkschaftsmitgliedern mit Fridays for Future auf die Straße zu gehen. Ist das eine Chefidee? Was bedeutet die Unterstützung der Klimastreiks durch die zweitgrößte Gewerkschaft? Zum Verhältnis von Arbeitskampf und politischem Streik haben wir mit Volkan Ağar von der taz gesprochen.

Jede Woche besprechen wir die Debatte der Woche mit der taz. Grafik: taz | detektor.fm

Verdi unterstützt Fridays for Future

Fridays for Future darf sich beim Aufruf zum globalen Generalstreik am 20. September über die Unterstützung von Verdi-Chef Frank Bsirske freuen. In einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sagt er:

Wer kann, sollte ausstempeln und mitmachen. Ich werde jedenfalls hingehen. – Frank Bsirske, Verdi

Zwar ist das kein echter Streik, denn politische Streiks sind nach Ansicht einiger Juristen verboten. Dennoch ist die Unterstützung durch den Vorsitzenden der zweitgrößten Gewerkschaft in Deutschland bemerkenswert.

Wie einig sind sich Gewerkschaften?

Die ökologische Frage gehört bisher nicht zum Kernbereich der Gewerkschaften. Wenn sich Gewerkschaften zu Klimafragen positionieren, ging es oft eher um Veränderungen in der Arbeitswelt. Zum Beispiel welche Folgen Klimaziele und andere politische Entscheidungen mit sich bringen. Vermutlich ist es kein Zufall, dass mit Bsirske ein Gewerkschaftler der Dienstleistungsbranche am entschiedensten pro Klimademos plädiert:

Das sind vor allem Branchen, die vielleicht nicht so sehr oder nur vermittelt betroffen wären vom Strukturwandel, der ökologischen Frage und einer konsequenten ökologischen Politik. Weniger jedenfalls als Branchen, die bei IG Metall organisiert sind. – Volkan Ağar, Redakteur bei der taz

Kann der Verdi-Aufruf die Gewerkschaften spalten? Und wie reagiert die Fridays for Future-Bewegung auf die Unterstützung? Diese Fragen hat Volkan Ağar von der tageszeitung im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Christian Erll diskutiert. Dabei sprechen sie auch über die Frage, warum die Grenze zwischen politischen Streiks und Arbeitskampf willkürlich ist.


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