Krebs – Weltkrebstag am 4. Februar

Du oder ich?

03.02.2017

In Deutschland bekommen jährlich etwa eine halbe Million Menschen die Diagnose Krebs. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren noch steigen. Jeder Zweite soll demnach daran erkranken. Welchen Einfluss haben wir selbst?

Wie viele sind betroffen?

Derzeit leben vier Millionen Menschen in Deutschland, die schon einmal an Krebs erkrankt waren. Die zentrale Überwachungs- und Forschungseinrichtung in Deutschland, das Robert-Koch-Institut, hat berechnet, dass die Zahl der Neuerkrankungen weiterhin steigt. Demnach wird jeder Zweite im Laufe seines Lebens an Krebs erkranken. Das meint: 51 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen. Mit rund 69.600 Fällen wird Brustkrebs besonders häufig diagnostiziert. Oft betroffen sind auch Prostata, Darm und Lunge.

Warum erkranken immer mehr Menschen an Krebs?

Krebs steht in Zusammenhang mit der Zellalterung. Da die Menschen immer älter werden, erhöht sich damit auch die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. Darüber hinaus lassen sich laut der Deutschen Krebshilfe eine Vielzahl an Krebserkrankungen auf Faktoren des Lebensstils zurückführen.

Dazu zählen:

  • Rauchen
    Tabakrauch enthält über 40 krebserregende Stoffe und führt zu Lungenkrebs. Das Rauchen kann aber auch Kehlkopf-, Mundhöhlen- und Speiseröhrenkrebs verursachen. Weiter kann es zu Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Blase und der Nieren führen. Außerdem werden etwa zehn Prozent aller Fälle von Blutkrebs bei Erwachsenen mit dem Rauchen in Zusammenhang gebracht.
  • hoher Alkoholkonsum
    Neben dem Rauchen ist das Trinken von Alkohol der Hauptrisikofaktor für das Entstehen von Krebs im oberen Verdauungstrakt. Dafür verantwortlich ist das Acetaldehyd. Das ist ein Stoff, die beim Abbau von Alkohol im Körper entsteht. Schon bei Mengen von zehn bis 45 Gramm Alkohol täglich steigt das Risiko für Darmkrebs um 16 Prozent. Zur besseren Vorstellbarkeit: Ein Glas Wein enthält rund 20 Gramm Alkohol, zwei kleine Biere etwa 24 Gramm. Wer mehr trinkt, erhöht sein Darmkrebsrisiko sogar um 41 Prozent.
  • zu viel UV-Strahlung
    Mehr als 30.000 Menschen erkranken jährlich am gefährlichen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom. Hauptrisikofaktor dafür ist die ultraviolette Strahlung. Dazu gehören sowohl die natürliche der Sonne wie auch die künstlich erzeugte aus Solarien. Sonnenbrände – insbesondere in der Kindheit – erhöhen das Risiko einer Hautkrebserkrankung.

Weniger essen, mehr bewegen

Weitere Faktoren für eine mögliche Krebserkrankung sind:

  • unausgewogene Ernährung
    Fast ein Viertel der Erwachsenen gilt als fettleibig. Übergewicht ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten, auch für Krebs. Mittlerweile wurden insgesamt 13 Tumorarten identifiziert, bei denen ein Zusammenhang besteht. Dazu gehören Tumore des Magens, der Leber und der Gallenblase. Übergewicht erhöht die Gefahr, dass sich der Blutzuckerspiegel nicht mehr richtig reguliert. Das blutzuckersenkende Hormon Insulin wird vermehrt produziert – mit fatalen Folgen: Viele Krebszellen nutzen das Insulin nämlich zum Wachstum.
  • zu wenig Bewegung
    Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass körperliche Aktivität dazu beiträgt, das Krebsrisiko zu verringern. So sinkt etwa das Risiko für Darm- und Brustkrebs bei Menschen, die sich täglich mindestens 30 Minuten bewegen.

Eine gesunde Lebensweise ist also die beste Möglichkeit, einer Krebserkrankung aktiv vorzubeugen. Aber auch, wer gesund lebt, kann an Krebs erkranken.

Muss man an Krebs immer sterben?

Jährlich sterben 220.000 Krebspatienten. Aber: Die Überlebensaussichten von Betroffenen in Deutschland haben sich insgesamt deutlich verbessert. Das bescheinigt das Deutsche Krebsforschungszentrum. Bei Hoden-, Brust- oder Schilddrüsenkrebs können Mediziner sehr viel ausrichten. Bei Lungen-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sind die Überlebenschancen geringer. Je früher der Tumor jedoch entdeckt wird, desto besser ist dies für den Patienten.

Die Diagnose Krebs hat für die Betroffenen und ihre Angehörigen auch seelische Folgen. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft leidet ein Drittel aller Krebspatienten unter einer psychischen Belastung. 40 Prozent kämpfen mit sozialen Problemen wie Hindernissen bei der Rückkehr in den Beruf. In über 150 Krebsberatungsstellen finden solche Betroffene psychosoziale Beratung.

Am vierten Februar ist Weltkrebstag. Diesen nehmen detektor.fm-Moderatorin Carina Fron und Redakteurin Insa van den Berg zum Anlass, um über die Krankheit zu sprechen, die jeden Zweiten von uns betreffen kann.