WM-Prognose 2014

Spanien wird Weltmeister, sagen die Ökonomen

12.06.2014

Mit dem Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien beginnt heute Abend die Fußball-Weltmeisterschaft. Wenn drei Wissenschaftler aus Berlin und Göttingen Recht haben, steht der Sieger schon längst fest: Spanien wird Weltmeister und schlägt Deutschland im Finale. Das hat ihre Prognose ergeben und auf die ist anscheinend Verlass: Denn in den letzten Jahren haben sie fast immer richtig gelegen.

Wenn es nach der Prognose der Wissenschaftler geht, dürfen die Spanier diesen Sommer wieder feiern, wie hier auf der Plaza de España in Madrid im Juli 2010. Foto: José Antonio Redondo Martín |Flickr CC BY-SA 2.0

Deutschland im Finale

Heute Abend startet die Weltmeisterschaft und die größten Favoriten sind Brasilien, Spanien, Argentinien, Deutschland und Italien. Gert Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Jürgen Gerhards von der Freien Universität Berlin und Michael Mutz von der Georg-August-Universität in Göttingen sehen Deutschland im Finale und Spanien als Sieger. Sie haben die Marktwerte der Spielerkader untersucht und damit den Verlauf der WM berechnet. Die sechs teuersten Mannschaften sind derzeit Spanien (622 Millionen Euro), Deutschland (526 Millionen), Brasilien (468 Millionen), Argentinien (392 Millionen), Frankreich (379) und Belgien (349 Millionen).

Eine Schwemme von Prognosen

Mit ihrer Berechnung reihen sie sich in eine Kette von Prognosen ein. Denn auch andere Wissenschaftler haben sich mit dem Verlauf der WM beschäftigt. Goldman Sachs hat Länderspiele seit 1960 analysiert und sieht Brasilien vorne, genau wie das Team von der Sporthochschule Köln. Dort hat man die WM 100.000 Mal simuliert und kommt zu dem Ergebnis, dass die Brasilianer mit einer Wahrscheinlichkeit von 20,4% Weltmeister werden, unter anderem durch ihren Heimvorteil. Auch die Danske Bank und UniCredit räumen dem Gastgeber nach einem Endspiel gegen Argentinien die besten Chancen ein.

Die Chancen für England

Nur der englische Wissenschaftler Stephen Hawking hat sich mit den Chancen für England befasst und abseitige Faktoren in seine Rechnung einbezogen. Seine Analyse von 45 WM-Spielen und 204 Elfmeterschüssen hat ergeben, dass England am besten in gemässigten Zonen und Stadien spielt, die weniger als 500 Meter über der Wasseroberfläche liegen. Schon eine um fünf Grad höhere Temperatur beeinträchtigt die Siegchancen um 59 Prozent, hat Hawking herausgefunden. Außerdem spielt England angeblich in roten Trikots besser als in weißen und schlechter gegen Nationen, denen es einmal den Krieg erklärt hat.

Aufstellung nach Marktwert?

Wie die drei Wissenschaftler aus Berlin und Göttingen auf ihre Ergebnisse kommen und was das für Bundestrainer Löw bedeutet, darüber haben wir mit Gert G. Wagner gesprochen. Er ist Professor für Wirtschaftsforschung an der TU Berlin und Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Gert Wagner"Argentinien und Portugal [...] sind sehr anfällig, weil deren Starspieler ein Viertel oder ein Drittel des gesamten Marktwertes des Teams ausmachen. [...] Das ist bei Deutschland nicht der Fall, weil die Mannschaft vom Marktwert her relativ homogen besetzt ist."Gert G. WagnerProfessor für Wirtschaftsforschung an der TU Berlin und Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)