„Work in Progress“-Kongress in Hamburg

Gehaltvolles Arbeiten

16.03.2015

Zwischen Selbstverwirklichung und Selbstaufopferung: Die moderne Berufswelt verlangt Arbeitnehmern nicht nur eine wachsende Leistungsbereitschaft ab; sie bietet dank der Digitalisierung auch enorme Potentiale. Doch sie fordert auch neue Grenzen - Grenzen, die wir uns immer öfter selbst geben müssen. Wie wird die Arbeitswelt in Zukunft aussehen und wie kann der Wert von Arbeit ermittelt werden? Diesen Fragen ging der Kongress "Work in Progress" nach.

Viele Arbeitnehmer riskieren ihre Gesundheit und leiden unter einem hohen Leistungsdruck. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung. Demnach legt knapp ein Viertel der Vollzeit-Beschäftigten hierzulande ein Tempo vor, das es nach eigener Einschätzung langfristig nicht einzuhalten glaubt. Jeder Dritte weiß nicht mehr, wie er die wachsenden Ansprüche in seinem Unternehmen bewältigen soll. Und rund 18 Prozent erreichen oft die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.

Die digitale Revolution der Arbeitswelt

Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus – angesichts solcher beunruhigender Entwicklungen? Die Süddeutsche Zeitung hat der Thematik ein ganzes Dossier gewidmet. Es geht dabei beispielsweise um Phänomene, die mit der digitalen Revolution einhergehen. Computer verändern die Arbeitswelt im Büro – und daheim. Tragbare Geräte wie Smartphones und Laptops verlagern den Job aus der Firma in das heimische Arbeitszimmer. Als Konsequenz folgt, dass der Lohnerwerb heutzutage weder an einen Ort noch an eine Zeit gebunden ist.

„Work in Progress“-Kongress in Hamburg

Über generelle Zukunftsvisionen wurde auch auf dem diesjährigen „Work in Progress“-Kongress in Hamburg diskutiert. An drei Tagen ging es unter dem Motto der „Wert der Arbeit“ auch um die Frage: Wie kann Arbeit zukünftig gerecht entlohnt werden? detektor.fm-Moderatorin Maj Schweigler hat zusammen mit Egbert Rühl eine Bilanz des Kongresses gezogen und den Wandel der Arbeitswelt besprochen. Rühl ist Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft, die „Work in Progress“ veranstaltet hat.

Work in Progress_egbert_ruehl_NEUVielleicht ist dann, wenn man sinnvolle Arbeit tut, die Gefahr des Burnouts schlicht und ergreifend nicht so groß. Weil man das Gefühl hat, dass das, was man tut, tatsächlich einen Sinn schafft, einen Mehrwert und nicht einfach nur ein Tausch ist: Arbeitszeit gegen Geld.Egbert RühlGeschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft. Foto: Hamburg Kreativ Gesellschaft 

Meine Utopie #11. Van Bo Le-Mentzel from Lemonaid on Vimeo.

Redaktion: Friederike Zörner