Zahlen, bitte! | Übergriffe auf Asylunterkünfte in Sachsen

"Ich bin ja kein Nazi, aber ..."

11.04.2016

Es brennt in Sachsen: Die Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte hat sich zwischen 2014 und 2015 enorm erhöht. Und die Kriminalstatistik zeigt: Fast immer ist hier ein rechtsextremistischer Hintergrund im Spiel.

Immer Montags wollen wir einer „gefühlten Wahrheit“ mal eine „reale Wahrheit“ gegenüberstellen. Wir nehmen uns Zahlen und Fakten vor. Die kommen von „Katapult“, dem Magazin für Kartografik und Sozialwissenschaft.

In der einen Woche sprechen wir über die „Karte der Woche“ – und in der Woche drauf heißt es dann immer: „Zahlen, bitte!“

„Zahlen, bitte!“ ist auch heute unser Motto. Denn: Zahlen lügen nicht. Und gerade bei unserem heutigen Thema tut nüchterne Sachlichkeit durchaus not: Wir reden über Angriffe auf Asylunterkünfte. Und die oft gehörte Behauptung, wer Asylgegner ist, sei noch lange kein Rechter.

Wenn das neue Zuhause brennt …

Enrico Stange, Abgeordneter der Linken im Sächsischen Landtag, hat nachgefragt. Er wollte von der sächsischen Landesregierung wissen: „Wie viele Angriffe auf Asyl- bzw. Flüchtlingsunterkünfte in den Jahren 2014 und 2015 sind bekannt und welche Straftaten wurden dabei begangen?“

Das Katapult Magazin hat die Zahlen veranschaulicht und mit der Information verknüpft, ob bei den Taten ein rechtsextremistischer Hintergrund festgestellt werden konnte. Die Infos gibt’s hier zum Hören:

Zum Mitlesen: Straftaten gegen Asylunkterkünfte

Die Frage heute: Wie viele der Straftaten gegen Asylunterkünfte in Sachsen 2015 waren rechtsextremistisch motiviert?

Anzahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte in Sachsen im Jahr 2015? – 118.

Davon Straftaten, die rechtsextremistisch motiviert waren? – 106.

Zum Hintergrund: 22% der Fälle konnten aufgeklärt werden. Das sind fast 10 Prozentpunkte mehr, als im Vorjahr. A propos Vorjahr: wurden 2015 ganze 118 politisch motivierte Straftaten gegen Asylunterkünfte verzeichnet, so war es 2014 ein Viertel davon – nämlich 31.


Die „Karte der Woche“ und „Zahlen, bitte!“
in Kooperation mit

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macht Fakten statt gefühlte Wahrheiten.