Zeit Campus | Beamte in Deutschland

Nine-to-five war gestern

26.02.2018

Beamte haben einen sicheren und familienfreundlichen Job. Doch was ist dran an dem Mythos? Zeit Campus hat sich damit näher beschäftigt.

Die Sehnsucht nach Sicherheit

Weil das Beamtentum immer noch als eines der sichersten Angestellten-Verhältnisse überhaupt gilt, entscheiden sich viele für eine Karriere im öffentlichen Dienst. Und auch für Studierende ist ein gesicherter Arbeitsplatz besonders wichtig. Verlässlichkeit spielt immerhin für 67 Prozent der Universitätsstudierenden und 71 Prozent der Studierenden von Fachhochschulen eine besonders große Rolle.

Neben Sicherheit ist bei der Berufswahl auch entscheidend, dass Beruf mit Familie vereinbar ist. Da bietet sich eine Beamtenlaufbahn doch an: Keine Dauerpraktika, keine Leiharbeit, keine Zeitverträge – das bekommt man nur als Beamter, oder?

Der Mythos der Verlässlichkeit

Doch wer beginnt, im öffentlichen Dienst zu arbeiten, merkt schnell: Die Realität sieht anders aus. Tatsächlich wurden seit den 90er-Jahren viele Stellen abgebaut. Deswegen müssen viele mehr arbeiten. Geregelte Arbeitszeiten sind passé. Zwar besetzt der Bund neue Stellen, die Situation sieht trotzdem nicht überall gut aus.

In der Privatwirtschaft leisten Hochschulabsolventen 4,8 Überstunden in der Woche. Und im öffentlichen Dienst sind es sogar 6 Stunden. Das heißt, es wird sogar mehr Arbeit geleistet über die eigentliche Zeit hinaus. – Bernd Kramer, Zeit Campus

Beamte auf Zeit

Wer erst einmal verbeamtet ist, der kann auch davon ausgehen, seinen Arbeitsplatz zu behalten. Aber bis das geschafft ist, dauert es oft lange. So leiden vor allem Lehrer unter befristeten Verträgen. Ob sie im kommenden Schuljahr an der gleichen Schule bleiben werden, wissen sie oft nicht.

Sobald ich verbeamtet bin, habe ich meinen Arbeitsplatz schon relativ sicher. Das Problem ist der Weg dorthin. Beamte haben zum Beispiel eine relativ lange Probezeit. – Bernd Kramer

Über den Mythos des Beamtentums hat detektor.fm-Moderatorin Carina Fron mit Bernd Kramer von ZEIT Campus gesprochen.

Redaktion: Marie Flohr