ZEIT-Campus über den Studienstart

How to Studium

06.11.2017

Das Studium ist die schönste Zeit des Lebens. Das sagen Mitvierziger, die in ihrer Job-Hölle gefangen sind. Die jungen Menschen, die tatsächlich anfangen zu studieren, sind meist erst mal überfordert. Was beim Studienstart wichtig ist, weiß ZEIT-Campus Chefredakteur Oskar Piegsa.

Studienstart: Bibliothek oder Party?

Über die Hälfte eines Abi-Jahrgangs fängt in Deutschland ein Studium an. Nach durchgeregeltem Schulalltag teilt man sich plötzlich mit 500 Menschen, die man noch nie gesehen hat, einen Hörsaal. In den ersten Wochen an der Uni verläuft man sich vor jedem Seminarbesuch und versucht erfolglos, seine Mensakarte aufzuladen. Ja, der Studienstart kann kompliziert sein.

Doch irgendwann werden diese Campus-Alltäglichkeiten zur Routine. Das ungewohnte Gefühl der Selbstständigkeit und die (trügerische) Vorstellung, dass man nun erwachsen sei, halten etwas länger an. Daher beschäftigt man sich auch erst mal nicht mit der Vorlesung zur Theorie des Poststrukturalismus, sondern mit Biertrinken, Flirten und Rumhängen.

Es gibt Mythen, die das Studenten-Dasein überlagern. Das kommt noch aus den 68ern und der amerikanischen Popkultur. Viel davon trifft heute nicht mehr zu. – Oskar Piegsa, Chefredakteur ZEIT-Campus

Je nach Studiengang bleibt mehr oder weniger Zeit fürs Prokrastinieren. Doch egal wie vollgepackt das erste Semester auch ist, es ist wichtig, auch mal durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen. Also, merken: das Semester nicht direkt zu voll packen, sondern erst einmal in den Alltag reinkommen. Es ist noch kein Musterstudent vom Himmel gefallen.

Lernen fürs Leben

Wer dann im fünften Semester angelangt ist, schüttelt meist über sein Ersti-Ich den Kopf. Natürlich war die Benotung der Hausarbeit verhandelbar und keiner erwartet von einem, die ganze Literaturliste zu lesen. Nach der dritten Mietüberweisung fällt vielleicht auch auf, dass ein Dauerauftrag möglicherweise praktischer ist.

Relativ viel an der Uni hat auch mit Bluffen und Feilschen zu tun. Das ist etwas, das man erst mit der Zeit lernt. – Oskar Piegsa

Nicht nur fachlich bildet man sich an der Universität. Man lernt auch, das erste Mal komplett auf sich allein gestellt zu sein. Man erlernt den Umgang mit Bürokratie, Zeiteinteilung und vielen neuen Bekanntschaften.

ZEIT-Campus-Chefredakteur Oskar Piegsa hat mit detektor.fm-Moderator Christoph Dziedo über Uni-Mythen und den Studienstart gesprochen.

Oskar Piegsa - Credit Evgeny MakarovIch bin eigentlich Journalist geworden, weil das ein bisschen eine Verlängerung des Studentenalltags ist. Oskar Piegsaist Chefredakteur von ZEIT-Campus. 

Redaktion: Rewert Hoffer