Zeit Campus | Hochwasserschutz in Hamburg

Gegen die Flut

02.07.2018

Der Pegel der Elbe könnte bis zum Jahr 2100 um 60 Zentimeter steigen. ZEIT Campus hat untersucht, wie sich die Hamburger vor dem drohenden Hochwasser schützen.

Hamburgs neue Promenade

Die Architektin Zaha Hadid hat sie entworfen: Die neue Elbpromenade in Hamburg. 78,4 Millionen Euro hat sie gekostet – in einigen Monaten soll sie fertig sein. Das Besondere: Die neue Promenade ist eine Hochwasserschutzanlage. Der 600 Meter lange Damm soll die Hamburger vor möglichen Sturmfluten und dem steigenden Meeresspiegel schützen. Dass es gar nicht so einfach ist, einen Deich zu erhöhen, hat sich Bernd Kramer von ZEIT Campus in Hamburg angesehen:

Für mich war das ziemlich überraschend: Deiche sind Erdwälle. Ich dachte man kippt da einfach Erde drauf und schon ist der Deich höher. Das Problem dabei ist, dass der Deich dadurch viel steiler wird. Und man will heutzutage flache Deiche, damit die Wellen ausrollen können. Also muss man ihn auch verbreitern, wenn man ihn erhöhen will. – Bernd Kramer, ZEIT Campus

Wasserseite vs. Landseite

Arne Spangeberg ist Bauingenieur beim Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer in Hamburg. Zusammen mit fünf Kollegen koordiniert er den Bau der neuen Hochwasserschutzanlagen. Wenn Deiche verbreitert werden, stellt sich immer die Frage, auf welcher Deichseite man Erde aufschütten will. Die Landseite ist meist bebaut. Bei der Wasserseite entsteht ein anderes Problem:

Man kann Platz gewinnen, wenn man den Deich zur Wasserseite hin verbreitert. Das hat dann zur Folge, dass das Flussbett schmaler wird und der Wasserpegel weiter steigt. – Bernd Kramer

Bernd Kramer hat sich für ZEIT Campus Hamburgs neue Elbpromenade angeschaut und mit Arne Spangenberg über den Hochwasserschutz in der Hansestadt gesprochen. Im Interview erklärt er detektor.fm-Moderatorin Anja Bolle, welche Tücken eine Deicherhöhung mit sich bringt.