Zu hohe Versicherungsprämien: Können sich Hebammen ihren Job noch leisten?

09.09.2013

Sechs Wochen müssen Hebammen in Kliniken arbeiten, nur um den Beitrag ihrer Haftpflichtversicherung zu verdienen. Der hat sich in den vergangenen drei Jahren fast verdoppelt. Viele freiberufliche Hebammen können sich das nicht mehr leisten - und geben auf. Ein Problem wächst heran.

Zwei Drittel aller in Deutschland arbeitenden Hebammen sind freiberuflich tätig. Sie trifft die Erhöhung der Haftpflichtversicherungsbeiträge besonders hart. Foto: Jonatan Nackstrand / AFP

Schwangerschaftsbetreuung, Geburtsvorbereitung und Begleitung während der Stillzeit. Eine Hebamme leistet wesentlich mehr als „nur“ Geburtshilfe. Doch die Geburtshilfe ist diejenige Tätigkeit, mit dem größten Gefahrenpotential. Sollte das Kind wegen einer Komplikation zum Pflegefall werden, können die Kosten schnell in die Millionenhöhe gehen.

Bald nur noch Klinikgeburten?

sieht die Wahlfreiheit für Schwangere gefährdet.Katharina Jeschkesieht die Wahlfreiheit für Schwangere gefährdet. 

Daher ist für Hebammen eine Haftpflichtversicherung besonders wichtig – aber viele können sich die bald nicht mehr leisten. In den letzten 3 Jahren hat sich der Versicherungsbeitrag verdoppelt, zuletzt stieg die Prämie am 1.Juli 2013 nochmals um 10 Prozent.

Die Wahlfreiheit ist in Gefahr

Das Ergebnis: Freiberufliche Hebammen, die ihre Versicherungen komplett selbst bezahlen müssen, werden zusehends gezwungen, in Kliniken zu arbeiten. Dort trägt dann das Krankenhaus die Versicherungskosten.

Auf der Strecke bleibt hierbei die Wahlfreiheit für Schwangere: die müssen eigentlich selbst entscheiden können, wo sie Kind zur Welt bringen. Im Interview mit detektor.fm fordert Katharina Jeschke die Politik zum Handeln auf. Sie ist Präsidiumsmitglied im Deutschen Hebammenverband.

Hebammen in Deutschland brauchen Taten der Politik, damit die Versorgung nicht noch schlecht wird beziehungsweise in ganz kurzer Zeit zusammenbricht. Katharina Jeschke – Deutscher Hebammenverband