Zukunft der Reiseführer

Ich bin dann mal weg

28.06.2017

Wer früher in den Urlaub gefahren ist, hat seine Reise mit einem Reiseführer geplant. Heute gibt es aber Apps, Internetseiten und Reise-Blogs. Nutzt noch jemand Reiseführer?

Reiseführer im Jahr 2017

Nicht nur die Zahl der Reiseangebote ist schier endlos, auch die Möglichkeiten der Reiseplanung haben sich vervielfacht. Der Klassiker bleibt jedoch der Reiseführer. Eine Studie der Hochschule der Medien Stuttgart (2014) hat herausgefunden, dass Reisende in der Altersgruppe 30 bis 49 Jahre Print-Reiseführer bevorzugen. Bei Informationen zur Unterkunft und bei der Buchung einer Reise liegt allerdings das Internet bereits vorn.

Nach allem, was ich in Erfahrung bringen konnte, haben sich die Reisen durch den Medienwandel an sich gar nicht so sehr verändert. Aber die Information im Vorfeld, die Buchung und die Informationsversorgung vor Ort, die hat sich natürlich dramtisch verändert. – Okke Schlüter, Professor an der Hochschule der Medien Stuttgart

Alliterationen für Aufmerksamkeit

Tourimus-Apps und Reiseseiten im Internet sind in den letzten Jahren populärer geworden. Vor allem junge Leute setzen verstärkt auf die neuen Medien und lassen sich von YouTube, TripAdvisor Instagram, Facebook und Co. inspirieren. Diese Entwicklung ist auch Verlagen aufgefallen. Denn die Reiseführer werden nicht nur immer spezieller, sondern haben meist auch ein Onlineangebot mit zusätzlichen Tipps. Reiseberichte, die Sport, Krimi-Geschichten oder eigene Erfahrungen mit Reisetipps verknüpfen, sind sehr angesagt. Beliebt sind auch Titel, die an Clickbait-Artikel bei Facebook erinnern. „Ski, Scharia, Shisha“, „Ping Pong in Hongkong“ oder „Kam er um in Kamerun?“ sind dafür nur eine kleine Auswahl.

Und jetzt: Abschalten!

Aber vielleicht geht es beim Verreisen gar nicht um die beste und längste Vorbereitung. Man kann sich auch einfach mal in einen Mietwagen setzen und planlos durch die Gegend fahren. Denn Urlaub ist dafür da, um Erfahrungen zu machen und vor allem um sich zu erholen.

Diejenigen, die sagen: „Urlaub vom Alltag, ist auch Urlaub vom Smartphone“ sind vermutlich in der Minderheit. –  Okke Schlüter

Wie junge Leute heutzutage verreisen, darüber hat Okke Schlüter, Professor an der Hochschule der Medien Stuttgart und Initiator der Studie „Medienpräferenzen im Reiseführerbereich“, mit detektor.fm-Moderatorin Marie Landes gesprochen.

ReiseIch würde eine Mischung aus allem empfehlen. Verschiedene Medien haben jeweils verschiedene Stärken und Schwächen. Es ist wie bei einem guten Cocktail: die Mischung macht's.Prof. Dr. Okke Schlütererklärt, wie man seine nächste Reise am besten plant. 

Redaktion: Josefine Farkas