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Zurück zum Thema | AIDS & Corona

Wie kann AIDS bis 2030 besiegt werden?

Neue Aids-Infektionen sollen bis 2030 komplett eingedämmt werden. Das klingt erst einmal utopisch, ist aber tatsächlich das Ziel des Programms der Vereinten Nationen „UNAIDS“. Wie ist das möglich?

Fortschritte sind regierungsabhängig

Vom 6. bis 10. Juli dieses Jahres ist im Rahmen der Welt-AIDS-Konferenz über die neuesten Behandlungsmethoden informiert worden. Bisher hat die Bekämpfung der Krankheit in vielen Ländern große Fortschritte gemacht. In den letzten zehn Jahren ist ein deutlicher Rückgang der Neuinfektionen verzeichnet worden. Gleichzeitig gibt es immer noch Länder mit konservativen und homophoben Regierungen, die sich dem Thema verschließen. Die finanzielle Unterstützung und öffentliche Aufklärungsarbeit sind jedoch wichtige Bestandteile für die Bekämpfung des HI-Virus.

Wenn man ambitionierte Ziele hat, dann sind die auch durchführbar. Es muss aber die Politik mitmachen, es muss die pharmazeutische Industrie mitmachen. Und die Menschen mit HIV müssen mit eingebunden werden.

Peter Wiessner, Aktionsbündnis gegen AIDS

Peter Wiessner, Aktionsbündnis gegen AIDSFoto: Peter Wiessner

AIDS und Corona

Vor allem aber die Finanzierung der AIDS-Prävention leidet unter COVID-19. Denn die Gelder, die bislang für die Bekämpfung der HIV-Epidemie eingesetzt wurden, fließen aktuell hauptsächlich in Forschungen und Maßnahmen gegen das Coronavirus. Dadurch sind Medikamentenproduktionen gestoppt und Lieferketten unterbrochen worden. Zusätzlich haben Menschen weltweit Besuche bei Ärzten oder Kliniken gemieden. Die lange Unterbrechung der HIV-Behandlung in Subsahara-Afrika zum Beispiel könnte 2020 und 2021 zu mehr als 500 000 zusätzlichen Todesfällen führen. Das wiederum kann die AIDS-Sterblichkeit allein in dieser Region wieder auf den Stand von 2008 rücken lassen.

Bei einer Ausrottung brauchen wir eigentlich einen Impfstoff und den haben wir nach 30 Jahren immer noch nicht.

Ulf Dittmer, Institut für Virologie am Universitätsklinikum Essen

Ulf Dittmer, Institut für Virologie am Universitätsklinikum Essen

Was getan werden muss, um die Verbreitung des HI-Virus schneller bekämpfen zu können und wie die Corona-Pandemie Einfluss auf die Eindämmung der Neuinfektionen nimmt, darüber hat detektor.fm-Moderator Johannes Schmidt mit Peter Wiessner  gesprochen. Er ist Pressesprecher vom „Aktionsbündnis gegen Aids“. Ulf Dittmer vom Institut für Virologie in Essen berichtet über die aktuellen Forschungsstände zu den Behandlungsmethoden.