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Foto: Bayanmunkh Sum / AFP
Bild: Bayanmunkh Sum | AFP

Zurück zum Thema | Dzud in der Mongolei

Welche Folgen hat die extreme Kälte?

In der Mongolei herrscht diesen Winter wieder das Extremwetter-Phänomen Dzud. Wie dramatisch ist die Lage in dem asiatischen Land?

Dzud in der Mongolei: Lebensgefahr für Tierherden

Ein Dzud-Winter bedeutet für die Mongolei extrem starke oder zu geringe Schneefälle, niedrige Temperaturen — und den Tod von manchmal Millionen von Herdentieren. 2017 sind etwa 700.000 Tiere durch das Extremwetter gestorben — diesen Winter sind es bereits 1,5 Millionen Ziegen, Schafe, Yaks und Rinder, Tendenz stark steigend.

Traditionell ist die nomadische oder halb-nomadische Viehzucht ein wichtiger Bestandteil des mongolischen Selbstverständnisses gewesen. Aufgrund der klimatischen und geografischen Gegebenheiten ist die Viehzucht lange ein wichtiger Teil der heimischen Wirtschaft gewesen, auch die Ernährung mit tierischen Produkten ist fest verankert in der Mongolei. Inzwischen macht die Viehzucht nur noch etwa ein Viertel der Wirtschaftsleistung aus. Dafür ist der Abbau und Export von Rohstoffen in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Dennoch bedeutet das Verenden der Tiere nicht nur dramatische Bilder, sondern es ist auch ein großes Problem für die Wirtschaft der Mongolei.

Die Viehhalter hängen in ihrer Lebensgrundlage unmittelbar von den Wetterbedingungen ab.

Prof. Dr. Kati Krähnert, RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und Ruhr-Universität Bochum

Häufung als Folge des Klimawandels?

Dzud ist als Wetterphänomen schon lange bekannt. Viele nomadische Viehzüchterinnen und -züchter haben dagegen Strategien entwickelt und etwa immer wieder Schutzwälle gebaut, um die Schneemassen abzuhalten. Jedoch ist zu erkennen, dass die Häufigkeit des Dzud-Phänomens zugenommen hat und es enger getaktet auftritt. Kombiniert mit Dürreperioden oder Überschwemmungen während der warmen Jahreszeit scheinen die Extremwetterlagen in der Mongolei zuzunehmen. Eine Folge des Klimawandels?

Eine Katastrophe ist noch nicht ausgerufen, aber eine Notlage.

Stefanie Hanke, Mongolei-Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung

Über den aktuellen Dzud und den Umgang der Mongolei mit dem extremen Wetter berichtet Stefanie Hanke vom Büro der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in der Hauptstadt Ulan-Bator in dieser Folge „Zurück zum Thema“. Mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Kati Krähnert vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und Ruhr-Universität Bochum, hat detektor.fm-Moderator Lars Feyen über die Möglichkeiten des Landes gesprochen, um sich gegen Extremwetterlagen zu wappnen.

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