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Bild: Luisa Neubauer bei einer Veranstaltung von Fridays for Future. Foto: Tobias Schwarz | AFP

Zurück zum Thema l Ein Jahr Fridays for Future

Wie retten wir das Klima?

Seit einem Jahr protestiert Fridays for Future. Jetzt haben wichtige Ortsgruppen bereits angekündigt, nicht mehr wöchentlich für das Klima zu streiken. Doch obwohl vielleicht weniger demonstriert wird, will Fridays for Future weiter Druck machen.

Was hat der Klimastreik gebracht?

Heute vor genau einem Jahr sind viele Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal auf die Straße gegangen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Deswegen ist heute in Mainz nochmal zu einer Großdemonstration aufgerufen worden. Man will zeigen, dass Fridays for Future immer noch präsent ist.

Konzerne werden in Zukunft mit klimafeindlichen Entscheidungen nicht mehr durchkommen.

Landelin Winter, Aktivist bei Fridays for Future

Landelin Winter, Aktivist bei Fridays for Future

Doch insgesamt scheint die Anfangseuphorie der Bewegung verflogen zu sein. Zu den Protesten erscheinen immer weniger Menschen und die großen Ortsgruppen Köln und Berlin haben bereits im Dezember angekündigt, nicht mehr wöchentlich für das Klima zu streiken.

Neue Strategie

Denn obwohl die Streiks ein größeres Bewusstsein für den Klimawandel geschaffen haben, sind bisher nur wenig weitreichende politische Maßnahmen ergriffen worden. Das Klimapaket der Bundesregierung wird von vielen Seiten als wirkungslos kritisiert und auch der jüngste Protest gegen die Belieferung eines australischen Kohlebergwerks durch Siemens ist nicht erfolgreich gewesen.

Luisa Neubauer, das Gesicht von Fridays for Future in Deutschland, hat bereits angekündigt, dass es daher einen Strategiewechsel geben wird. 2020 will Fridays for Future mehr Druck auf große Konzerne ausüben. Neubauer hat angekündigt, Hauptversammlungen von Konzernen aufsuchen zu wollen, um dort kritische Fragen zu stellen.

Wir sehen, dass die Klimabewegung in gewisser Weise erwachsen wird.

Bernhard Pötter, Journalist bei der tageszeitung

Bernhard Pötter, Journalist bei der tageszeitung

Das entscheidende Jahr

Die Neuausrichtung soll aber nicht heißen, dass Fridays for Future aufgibt. 2020 sei das Jahr, in dem sich entscheidet, ob die Klimaziele von Paris eingehalten werden können, sagt Neubauer. Damit die in Deutschland auch eingehalten werden, will die Bewegung zudem auch mehr auf juristische Verfahren setzen, wie etwa die aktuelle Verfassungsklage gegen das Klimagesetz der Bundesregierung.

Der Journalist Bernhard Pötter von der tageszeitung beobachtet die Entwicklung von Fridays for Future schon lange. Mit ihm sprechen wir über das, was bisher erreicht wurde und welche Rolle die Klimaproteste vielleicht in Zukunft spielen werden. Und mit dem Aktivisten Landelin Winter von der Fridays-for-Future-Ortsgruppe Eberswalde unterhalten wir uns über die Selbstwahrnehmung der Klimaaktivisten. Er ist der Ansicht, dass die Proteste eine große politische Wirkung hatten.