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Hoffnung in Zeiten der Corona-Krise | Foto: Ina Fassbender | AFP
Bild: Ina Fassbender | AFP

Zurück zum Thema | Nach der Krise

Kommt nach Corona die Euphorie?

Die Corona-Krise legt zurzeit unseren Alltag lahm. Aber was kommt danach – die große Euphorie? Wir schauen, was nach vergangenen Menschheitskrisen passiert ist, und was wir für die Zukunft daraus lernen können.

Explosion der Lebensfreude?

Auch wenn wir es uns gerade vielleicht noch nicht vorstellen können: Irgendwann wird der Corona-Ausnahmezustand wieder vorbei sein. Der italienische Soziologe Franco Ferrarotti freut sich schon jetzt auf eine „Explosion an Lebensfreude“ nach der Krise . „Das wird eine grundlegende, positive Erfahrung von Leben sein, gemeinsam die Krise durchzustehen“, sagt der 93-Jährige in einem Interview mit der Tagesschau. Er sieht in der aktuellen Krise auch eine Chance, als Gesellschaft wieder mehr zusammenzurücken.

Während Ferrarotti positiv gestimmt ist, sind viele verunsichert angesichts einer möglichen Rezession, überlasteten Gesundheitssystemen und den sozialen Folgen für Arme. Um die Auswirkungen der aktuellen Situation abzuschätzen, kann ein Blick auf vergangene Krisen helfen.

Eine Krise wie Corona – wirklich so neu?

Für die allermeisten Menschen in Deutschland ist die Corona-Pandemie eine Krise von nie gekanntem Ausmaß. Dabei sind Krisen immer schon fester Bestandteil der Menschheitsgeschichte gewesen.

Der Normalzustand, auch einer modernen Gesellschaft, ist, dass wir uns in bestimmten Abständen immer wieder mit solchen Ausnahmesituationen auseinandersetzen müssen.

Nicolai Hannig, Historiker an der LMU München

Nicolai Hannig, Historiker an der LMU München

Viele vergleichen Covid-19 mit der Spanischen Grippe, die vor etwa 100 Jahren die Welt im Griff hatte. Zwischen 1918 und 1920 starben daran mehr Menschen als während des gesamten Ersten Weltkriegs. Diesmal sind wir allerdings besser auf den Krisenfall vorbereitet, da die Medizin wesentlich weiter ist als damals.

Ich glaube nicht, dass wir sagen können, wie es danach aussieht, weil sich dafür gerade einfach zu viel bewegt. Das ist ganz anders als bei anderen Katastrophen.

Martin Voss, Katastrophenforscher an der FU Berlin

Martin Voss, Katastrophenforscher an der FU Berlin

Was vergangene Krisen über unseren jetzigen Umgang mit der Corona-Pandemie aussagen und ob es in ein paar Monaten tatsächlich zu einem Boom der Lebensfreude kommen wird – das bespricht detektor.fm-Moderatorin Lara-Lena Gödde mit dem Historiker Nicolai Hannig und dem Katastrophenforscher Martin Voss.