Tragödien der Fussballgeschichte

25 Jahre Hillsborough-Katastrophe: Ein Tag, der den Fußball veränderte

15.04.2014

Zum 25. Mal jährt sich heute die Katastrophe von Hillsborough: eine der größten Tragödien der Fussballgeschichte. 96 Menschen starben, knapp 800 wurden verletzt. Wie gedenken die Briten dieses Unglücks? Und wie hat sich der Fußball verändert?

Heute vor 25 Jahren: fast Hundert Fußballfans sterben bei der Katastrophe im Stadion von Hillsborough | Foto: Kevin Walsh | Flickr | Lizenz: CC BY-NC 2.0



Am 15. April 1989 ereignete sich im Hillsborough-Stadion in Sheffield eine der größten Katastrophen der britischen Sportgeschichte. Eingequetscht in einem überfüllten Stadionblock sterben 96 Menschen, 766 werden verletzt.

Ein Tag, der den Fussball verändert hat

Seit dem sind Stehplätze in englischen Stadien verboten. Die Partie des FC Liverpool gegen Nottingham Forest wurde sechs Minuten nach dem Anpfiff abgebrochen. Bis heute ist noch immer nicht vollständig geklärt, wer Schuld an der Tragödie trägt. Polizei und Presse machten lange Liverpooler Hooligans für das Unglück verantwortlich. Die hätten außerdem auf Opfer uriniert und Verletzte beraubt. Heute scheint klar, dass Polizei und Ordner damals große Fehler machten.

ist Journalist und England-Korrespondent u.a. für die Wochenzeitung «Die Zeit».Hillsborough war eine gezielte Verschwörung von hochrangigen Polizeioffizieren, die falsche Informationen an die Zeitung „The Sun“ herausgaben. Jürgen Krönigist Journalist und England-Korrespondent u.a. für die Wochenzeitung «Die Zeit». 

Aus einer unabhängigen Untersuchung aus dem Jahr 2012 geht hervor, dass mindestens 41 Menschen hätten gerettet werden können, wenn die Einsatzkräfte schneller gehandelt hätten. Dem Bericht zufolge hatte die Polizei versucht, eigene Fehlleistungen zu verschleiern und den Liverpool-Fans die Schuld an der Katastrophe zu geben. Dennoch ist bis heute keiner der damals Verantwortlichen verurteilt worden. Seit März diesen Jahres wird nun erneut ermittelt.

Über die Hillsborough-Katastrophe haben wir mit dem Journalisten und England-Korrespondenten Jürgen Krönig gesprochen. Er lebt seit 27 Jahren in London.