EU Parlament beschließt Fischerei-Reform

Alles Was Schmeckt | Guten Gewissens Fisch essen - geht das?

18.04.2014

15 Kilogramm Fisch isst der durchschnittliche Deutsche jedes Jahr, tendenz steigend. Das ist so viel, dass die Bestände aus unseren Meeren längst nicht mehr ausreichen. Müssen wir deshalb vielleicht bald auf Fisch auf dem Teller verzichten?

Fischer müssen ihre Fangmengen in den nächsten Jahren reduzieren, um die Fischbestände zu stabilisieren. Foto: PEW & Corey Arnold

Fisch auf dem Teller ist schon seit Jahren ein heikles Thema. Aktuell gelten über 80 Prozent der Meere auf der Erde als überfischt. Wenn wir im nächsten Jahrzehnt noch Fisch essen wollen, sollten wir das schleunigst ändern.

EU Parlament beschließt Fischerei-Reform

Dass eine Lösung staatenübergreifend sein muss, hat das EU-Parlament erkannt. Am 1. Januar 2014 ist eine neue Fischereireform beschlossen worden. Darin wird gefordert, die wissenschaftlichen Fanggrenzen zu berücksichtigen, so wenig Beifang wie möglich zu fischen und den Lebensraum der Fische zu schonen. Bis spätestens 2020 sollen die Fischereien ihre Fangraten um etwa ein Drittel reduzieren, damit sich die Bestände langfristig erholen und dann auch wieder mehr gefischt werden kann.

Guter Fisch

Fisch der nachhaltig gefischt worden ist, ist mittlerweile leicht zu erkennen. Zum Beispiel am Marine Stewardship Council Symbol. Ein blaues Oval mit einer weißen Fisch-Silhouette, mit dem vor allem tiefgekühlter Fisch ausgezeichnet ist. An der Fischtheke sollte man sich erkundigen, wo der Fisch her kommt, denn wo Nordseefisch dran steht, liegt oft kein Nordseefisch drin. Und oft kommt es nicht nur auf die Fischsorte, sondern auch auf die Herkunft an. Es gibt einige Apps und Onlineseiten die einen guten Überblick über gefährdete Fischarten geben.

Mal was Neues ausprobieren

Fisch, der den Fischern ins Netz geht und kein beliebter Speisefisch ist, wird egal ob tot oder lebendig, essbar oder ungenießbar wieder zurück ins Wasser geschmissen. Der Lachs ist übrigens des Deutschen liebster Fisch. Würde man die alternativen Speisefische auch auf den Markt bringen, könnte der Beifang deutlich reduziert werden. Welche alternativen Speisefische man mal probieren könnte und wie es den Meeresbewohnern gerade geht, hat Juliane Neubauer im Gespräch verraten.