Alte Liebe: Der 1. April in den Medien

01.04.2010

Jedes Jahr am 1. April passiert das, was sonst rigoros ausgeschlossen werden soll: Die Medien bringen Falschmeldungen. Und zwar ganz absichtlich.

Von vielen sehnsüchtig erwartet: am 1. April ist auch mal erlaubt, was sonst verboten ist. / © Claudia Hautumm pixelio.de

Hat als Redakteur bei faz.net dieses Jahr die Falschmeldung zum 1. AprilMarco DettweilerHat als Redakteur bei faz.net dieses Jahr die Falschmeldung zum 1. April 

Nein, das Internet wird nicht wegen Überfüllung geschlossen. Und nein, die Bundeskanzlerin ist nicht schwanger. Und nein, es gibt auch keine Extra-Parkplaketten für Frauen. Es ist einfach nur der 1. April.

Und deshalb werden sie heute wieder rausgehohlt, die guten und leider auch die schlechten Aprilscherze. Jährlich geistern sogar ein paar lustige Varianten davon durch die Medien – so auch heute wieder. Auf der Internetseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kann man zum Beispiel lesen, dass das neue Apple-Produkt, das ipad, bei der Benutzung geschmolzen sei und einem Nutzer wie Kaugummi an den Fingern geklebt habe. Der Mann habe zum Arzt gemusst, um sich „Teile des Gerätes entfernen zu lassen.“

Auch dies Meldung ist natürlich ein Aprilscherz. Doch wie kommt man drauf, als verantwortlicher Redakteur bei einem seriösen Medium so etwas zu tun? Ist es schwer, sich das zu trauen? Muss man Angst vor verwirrten Lesern und verärgerten Firmen haben? Das fragen wir den, Marco Dettweiler, Redakter von faz.net – denn der hat die Falschmeldung produziert.