Amokläufe: “Es gibt beim Verhalten keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern.”

21.09.2010

Amokläufe wiederholen sich in der ganzen Welt nahezu wöchentlich. Häufig ist das Täterprofil schnell klar: jung, männlich, sozial nicht integriert, spielt meist Ego-Shooter am PC zu Hause.

Kerzen, Blumen und Briefe erinnern in Ansbach an die Opfer des Amoklaufes. Foto: Timm Schamberger/ ddp.

Dieses Bild ist trügerisch, wie der aktuelle Fall aus Lörrach auf traurige Art beweist. Sämtliche Klischees von Tätern scheinen hier widerlegt.

Kriminalpsychologin und beschäftigt sich mit Amokläufern.Justine Glaz-Ozik.Kriminalpsychologin und beschäftigt sich mit Amokläufern. 

Nur ein äußerst geringer Teil der Amokläufer ist weiblich. Warum tut eine Frau das? Warum tötet sie erst ihren Ex-Mann, dann das gemeinsame Kind und stürmt anschließend in ein nahes Krankenhaus, um wiederum mehrere Menschen zu verletzen und einen Pfleger zu töten? Noch sucht die Polizei im baden-württembergischen Lörrach nach der Antwort.

Justine Glaz-Ocik ist Kriminalpsychologin am Institut für Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt. Mit ihr haben wir über die Geschlechterspezifik bei Amokläufen gesprochen.