Analphabetismus in Deutschland – Wenn die Worte fehlen

08.01.2013

Unter den Erwerbstätigen in Deutschland gibt es 14,5 Prozent Analphabeten. Oftmals verstecken die Betroffenen ihr Defizit vor der Öffentlichkeit, aus Scham und Angst.

Von Analphabetismus sind in Deutschland rund 7,5 Millionen Erwachsene betroffen. Der Grund dafür liegt oft schon in der Schulzeit. Foto: © Harald Tittel/dapd

Lesen und schreiben zu können, scheint in unserem Alltag unumgänglich zu sein. Daher ist es umso überraschender, zu welchem Ergebnis eine Studie aus dem Jahr 2011 kommt.

Geschäftsführer des Bundesverbandes Analphabetisierung und Grundbildung e.V.Peter HubertusGeschäftsführer des Bundesverbandes Analphabetisierung und Grundbildung e.V. 

Knapp jeder siebte Erwachsene ist betroffen

Etwa 7,5 Millionen Erwerbstätige in Deutschland sind sogenannte funktionale Analphabeten. Das bedeutet, sie können nur einzelne Sätze und Wörter, nicht aber zusammenhängende Texte, verstehen. Das sind statistisch gesehen mehr als 14 Prozent der Erwachsenen. Und auch die erste PISA-Studie offenbart, dass knapp zehn Prozent der beteiligten Jugendlichen Probleme haben, einfache Texte zu verstehen.

Analphabetismus – ein weltweites Problem

Analphabetismus ist jedoch nicht nur in Deutschland ein ernst zu nehmendes Problem. Laut dem UNESCO-Weltbildungsbericht 2011 gibt es weltweit rund 796 Millionen Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können. Die Vereinten Nationen haben mit der UN Weltdekade zur Alphabetisierung im Jahr 2003 ein Programm ins Leben gerufen, dass die Analphabetenrate auf dem Globus innerhalb von zehn Jahren um die Hälfte reduzieren soll.

Was Analphabetismus für die Betroffenen bedeutet und was man dagegen tun kann, darüber haben wir mit Peter Hubertus gesprochen. Er ist Geschäftsführer des Bundesverbandes Analphabetisierung und Grundbildung.

Der funktionale Analphabetismus ist ein Kollateralschaden der Wissensgesellschaft – Peter Hubertus