Asiatische Buschmücke siedelt sich in Deutschland an: Was bedeutet das für das Ökosystem?

23.11.2012

Die asiatische Buschmücke scheint sich in Deutschland anzusiedeln. Sie ist nicht so harmlos wie heimische Mücken, denn sie kann gefährliche Krankheiten übertragen. Wie kommt sie hier her? Und welche Gefahren bringt sie tatsächlich mit?

Ein Mückenstich von einer asiatischen Buschmücke kann gefährlich werden. Foto: Birgit Betzelt/action medeor/dapd

Ein Mückenstich ist nervig und juckt, aber gefährlich ist er nicht. Jedenfalls nicht, wenn es sich um eine deutsche Mücke handelt.

Wissenschaftler am Friedrich-Loeffler-InstitutHelge KampenWissenschaftler am Friedrich-Loeffler-Institut 

Die asiatische Tigermücke oder die – auch aus Asien stammende – Buschmücke, sind gefährlicher. Sie können Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder den West-Nil-Virus übertragen. Das klingt exotisch, Fälle gibt es aber auch in Europa: Auf der portugiesischen Insel Madeira grassiert derzeit das Dengue-Fieber, übertragen von Buschmücken. Und dagegen gibt es noch keinen Impfstoff.

Nun kommt die Buschmücke immer öfter auch in Deutschland vor, besonders in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Warum sich diese Mückenart nun auch hier ausbreitet und welche Risken das für unser Okösystem birgt, erklärt Helge Kampen im Interview. Er ist Wissenschaftler am Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Greifswald.

Asiatische Buschmücke in Deutschland - Gefahr für das Ökosystem?

Es gibt einen interessanten Weg, der die Mücken nach Europa bringt oder weltweit verschleppt, und das ist der Handel mit gebrauchten Auto- und Flugzeugreifen. (…) Wenn die Mücken die Möglichkeit haben, ihre Eier in Autoreifen, die dort irgendwo auf Halde liegen, zu legen, dann machen sie das gerne. Und dann werden die Reifen verschifft und liegen hier bei uns… (Helge Kampen)