Bayerns Gymnasien: Eltern schicken Kinder lieber auf die Realschule

18.03.2013

Bisher galt das Abitur als „Königsweg“ auf dem Weg zum Studium. In Bayern geht der Trend jedoch in eine andere Richtung. Immer mehr Eltern aus ländlichen Gegenden schicken ihre Kinder trotz Empfehlung für das Gymnasium auf die Realschule.

Das Abitur öffnet den Zugang zu allen Hochschulen Deutschlands. Trotzdem erscheint manchen Eltern in Bayern der Weg über die Realschule zum Fachabitur sinnvoller. Foto: © Volker Hartmann/dapd

Vorsitzender des Bayerischen PhilologenverbandesMax SchmidtVorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes 

Gute Noten hin oder her, viele Kinder in Bayern gehen nach der vierten Klasse auf die Realschule. Gerade in ländlichen Gegenden reagieren Eltern ablehnend auf die Gymnasialempfehlung nach der Grundschule, denn etwa ein Drittel der gymnasialgeeigneten Kinder werden nicht am Gymnasium angemeldet.

Die Gründe dafür sind vielfältig: zu hoher Leistungsdruck, weite Wege und schlechte Verkehrsanbindung. Seit der Einführung des Abiturs in acht Jahren (G8) hat die skeptische Haltung von Eltern auf dem Land zugenommen.

Über die Bedenken gegenüber dem Gymnasium und Umwege zum Abitur haben wir mit Max Schmidt gesprochen. Er ist Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, dem Verband für Lehrer an Gymnasien und beruflichen Oberschulen in Bayern.

In den Großstädten ist der Run auf die Gymnasien extrem hoch, weil die Eltern eine andere Erwartung an den schulischen Abschluss haben. (Max Schmidt)