Beobachter ohne facebook und iPhone – Dietmar Wischmeyer im Gespräch

16.05.2011

Wischmeyer legt nach: der Beobachter der Deutschen bringt ein neues Buch heraus. Und für ihn, der eigentlich auf einer steten "Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten" ist, ist das Internet ein ungeahnter Themen-Steinbruch. Ein Gespräch.

Dietmar Wischmeyer sieht sich selbst als Beobachter - Spaß aber macht ihm das nach eigenem Bekunden nicht immer. / © Ullstein Verlag (Cover-Ausschnitt aus “Deutsche sehen dich an”)

Comedy und Radio – das ist in Deutschland oft eine verhängnisvolle Kombination. Telefonscherze oder Politikerimitatoren gibt es eigentlich in jeder Morningshow. Wirklich gut gemachte Comedy findet man allerdings nur selten. Die Chronisten der innovativen und einfach witzigen Radio-Comedy nennen jedoch eine Sendung immer wieder: das Frühstyxsradio. Entwickelt für den Privatsender FFN und später auch bei Radio Fritz vom Rundfunk Berlin Brandenburg ausgestrahlt, hat die Sendung mittlerweile Kult-Charakter.

Die Macher des Frühstycksradios sind heute quer durch die Medienlandschaft verteilt. Die zwei bekanntesten sind sicher Oliver Kalkhofe und Oliver Welke, weil sie im Fernsehen arbeiten. Dietmar Wischmeyer hingegen ist im Großen und Ganzen dem Radio treu geblieben. Der Erschaffer des „Kleinen Tierfreunds“ oder „Willi Deutschmanns“ ist einigen mit „Wischmeyers Schwarzbuch“ ein Begriff.

In diesem Frühjahr gibt es nun mit „Deutsche sehen dich an“ ein neues Buch von Dietmar Wischmeyer. Damit ist er momentan auf Lesereise und Christian Bollert hat ihn dort getroffen – ein Gespräch über Datenschutz, das Internet und den Deutschen an sich.

Die Aufgabe des gesellschaftsbeobachtenden Satire-Autors ist es, über die Gesellschaft Bescheid zu wissen. Und das ist eine Bürde, die ich hoffentlich bei Erreichen des Pensionsalters ablegen kann. Also ich möchte eigentlich nicht mehr wissen, dass Lena Meyer-Landrut auf dem Eurovision Brüll Contest spielt. Ich will das gar nicht wissen!