Das brand eins Magazin zum Hören | Schwerpunkt „Geschmack“

Geschmack kann man nicht kaufen? Denkste!

04.12.2016

Wer entscheidet heute eigentlich, was "in" ist und was "Trend" wird? Warum kriegen Fast-Food-Firmen in Israel keinen Fuß in die Tür? Wieso wird "Fotografierbarkeit" beim Produktdesign von Alltagsgegenständen immer wichtiger? Und wann finden wir als Menschen eigentlich etwas schön? Wir sprechen eine Stunde lang – über Geschmack.

Über Geschmack kann man nicht streiten. So alt dieses Sprichwort ist, so wahr ist es auch. Wobei es natürlich überhaupt keinen Zweifel gibt, dass Sie einen hervorragenden Geschmack haben. Denn Sie hören das „brand eins Magazin zum Hören“ – und haben damit schonmal bewiesen: Sie wissen, was gut ist. Schwerpunkt in dieser Ausgabe: der Geschmack.

Das gefällt mir! Aber warum eigentlich?

Was gefällt uns eigentlich? Und warum? Gibt es eine Formel, nach der sich das berechnen lässt? Und zahlt es sich denn auch aus, in guten Geschmack zu investieren? Drei der Menschen, die in der aktuellen „brand eins“ solchen Fragen nachgehen, sind der Journalist und Autor Wolf Lotter, der Chef des „Max Planck Instituts für empirische Ästhetik“ Winfried Menninghaus und Stephan Jansen, Professor für Philantrophie in Karlsruhe.

Einige der spannendsten (und schönsten) Erkenntnisse daraus fassen wir hier mal zusammen. Und wir lernen daraus: In uns schlummert noch ein ganz schönes Stück Neandertaler. Trotzdem, oder gerade deswegen: Ein bisschen in Ästhetik und Schönheit – die äußere, aber auch in die innere – zu investieren, das scheint sich durchaus zu lohnen.

Sind Modeblogs die neuen Taktgeber?

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Geschmack hat, wer das brand eins Magazin im Podcast abonniert.

Was als schön gilt, als „gerade angesagt“, was „Mode“ ist und was nicht: das zu bestimmen war jahrzehntelang einem recht kleinen Zirkel vorbehalten. Der Kreislauf war dabei über Jahre der gleiche. Designer arbeiteten in bestimmten Zyklen. Auf großen Schauen wurden deren Kollektionen dann gezeigt. Eine Mode-Presse hat die im Anschluss besprochen. Dann war der neue Trend gesetzt – bis der Zirkus wieder von vorne losging.

Und heute? Es gibt sie noch, „diese vage, stillschweigende Übereinkunft, was nun gerade cool ist und was nicht“. So schreibt es Stefanie Schütte. Doch immer stärker und immer öfter kommt die auch aus dem Netz. Ist das demokratischer und offener – oder unkritischer und nicht mehr objektiv? Über diese Frage sprechen wir mit Dr. Stefanie Schütte. Sie ist Publizistin und schreibt über Mode, Bücher, Texte und das Blog „The Serene Style“.

Form follows Medium: Du bist, was du kaufst

Wir haben das nicht auf dem Schirm, meistens jedenfalls. Doch was wir mit den Produkten aussagen, die wir kaufen, das ist gar nicht mal so wenig. Mit unserem Duschgel. Unserem Mineralwasser. Unserem Turnschuh. „Bei mir sagt das Nix!“, denken Sie jetzt vielleicht? Nun, dann müssen wir Ihnen leider sagen: das stimmt so nicht.

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Geschmacksfrage: Für die einen ist es nur Wasser, für die anderen eine Design-Flasche von Colani.

Produktdesigner legen heute enorme Anstrengungen in das Ziel, Alltagsprodukte sprechen zu lassen. Die sollen etwas aussagen – und nicht nur das. Seitdem Jedermann ein Smartphone hat und die Menschen millionenfach ihren Alltag in sozialen Netzwerken dokumentieren, geht es auch darum, dass die Produkte fotogen sind.

Mit anderen Worten: Selbst wenn der allergrößte Depp und Foto-Laie ein Bild macht, soll das Produkt eine Botschaft transportieren können. Geht das? Der Kunstwissenschaftler und Konsum-Theoretiker Wolfgang Ullrich untersucht genau das. Marcus Engert war neugierig. Und darum haben sich die beiden verabredet: zu einem Rundgang durch einen Shoppingtempel.

Extrawurst im Fast-Food-Land

Das Gegenteil von gutem Geschmack ist für viele Menschen ja: Fastfood. Dabei kennt man das ja aus dem Ausland: die Fastfood-Ketten sind überall die gleichen. Produkte, Bilder, Geschmack – alles irgendwie gleich. Weltweit sprießen Fastfood-Restaurants aus dem Boden. Weltweit? Naja, fast …

Starbucks, Wendy’s, Subway, Kentucky Fried Chicken, Hard Rock Café, Dunkin‘ Donuts, Burger King – alle haben versucht in Israel Fuß zu fassen. Und sie alle sind gescheitert. „Warum haben es Schnellrestaurants, die Menschen von Dubai bis Brasilien, von Russland bis Tansania überzeugen konnten, in Israel so schwer?“

Ein großes Mysterium, und dem ist die Nahost-Journalistin Mareike Enghusen einmal nachgegangen.


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Geschmack für die Ohren: Die Playlist zur Sendung

Zu jedem brand eins Magazin suchen wir passende Musik raus. Der zugehörigen Spotify Playlist kann man folgen, dann gibt es die neuen Songs jeden Monat automatisch ins Ohr. Dieses Mal mit Songs rund um Geschmack, Ästhetik und Schönheit.