Deutscher Buchpreis 2016 | Katja Lange-Müller

"Drehtür"

01.09.2016

Jeden Tag stellen wir von detektor.fm eines der 20 Bücher vor, die für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert sind. Im Oktober wird der Preis verliehen. Katja Lange-Müller ist unter den Nominierten. Hören Sie hier einen Auszug aus ihrem Roman "Drehtür".

Der Roman "Drehtür" von Katja Lange-Müller ist für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert. detektor.fm hat eine Leseprobe vertont.

Katja Lange-Müller - Drehtür

Drehtür

Katja Lange-Müller

(Kiepenheuer & Witsch Verlag, bereits erschienen)

+++ Die Hörproben zum Deutschen Buchpreis 2016 sind leider nicht mehr verfügbar. Weiter geht es ab dem 15. August 2017 mit neuen Folgen auf detektor.fm. +++


Deutscher Buchpreis 2016

Wer sind die 20 Nominierten für den Deutschen Buchpreis 2016? Wir stellen täglich einen Roman vor.

Die Autorin: Katja Lange-Müller

Die Schriftstellerin Katja Lange-Müller wurde 1951 in Berlin-Lichtenberg geboren und wuchs in der sozialistischen DDR auf. Nicht selten befasst sich die Autorin satirisch mit den Zuständen in der damaligen Republik.

1979 studierte Katja Lange-Müller am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Im Jahr 1984 verließ sie die DDR und ging nach West-Berlin, dort lebt sie bis heute. Ob als Hilfskrankenschwester auf psychiatrischen Stationen oder als Lektorin, Lange-Müller hatte schon diverse Jobs. Diese Vielfalt dürfte eine der Inspirationen für ihre Erzählungen sein.

Neun Jahre, nachdem ihr Erfolg „Böse Schafe“ veröffentlicht wurde, hat die gebürtige Berlinerin einen neuen Roman geschrieben. Erschienen ist dieser am 10. August und hat es gleich auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 geschafft.

Ost-Intelligenz trifft Weltinteresse, das ist der Duktus, in dem Lange-Müller schreibt. Die fremdgewordene Muttersprache und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, prägen die Stimmung des Romans. Desillusioniert und unheroisch ist der Blick von Lange-Müllers Figuren auf die Welt.

Das Buch: „Drehtür“

Der Roman beginnt an einer Drehtür am Münchener Flughafen. Dort steht die Protagonistin Asta und raucht. Die 65-Jährige arbeitet seit 22 Jahren als Krankenschwester im Dienst internationaler Hilfsorganisationen. Gerade ist sie aus Nicaragua zurückgekehrt – nicht ganz freiwillig: Ihre Kollegen hatten ihr ein One-Way-Ticket nach München geschenkt – sie sei unerwünscht.

Nun wartet Asta alleine am Flughafen, ohne Zuhause und erst Recht ohne Ziel. Sie steht an der sich immer weiter drehenden Tür, die immer wieder neue Menschen aufsaugt und ausspuckt, und erinnert sich an die Erlebnisse aus der Vergangenheit.

Der Roman „Drehtür“ von Katja Lange-Müller erzählt mitfühlend, aber ohne sentimental zu sein, rau und präzise zugleich, in einer für Lange-Müller typischen grotesken Art und Weise von einem ganzen Leben.

Eine Hörprobe, gelesen von Sarah Steinert, gibt es hier:

Autorin Katja Lange- MüllerAuszug aus dem Roman "Drehtür" von Katja Lange- Müller.Sprecher: Sarah Steinert | detektor.fmFoto: © Heike Steinweg 

Die ganze Longlist zum Hören

Hören Sie bei uns exklusiv in die 20 besten deutschsprachigen Romane des Jahres rein: detektor.fm/deutscher-buchpreis

 

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Redaktion: Emely Eulig