Play
Eine Zeichnung aus dem „Alphabet des Ankommens“-Comic „Von der Sahara in die U-Bahn“. Zeichnung: Alice Socal | Deutscher Comicverein e.V.
Bild: Alice Socal | Deutscher Comicverein e.V.

Comic-Reportage: „Alphabet des Ankommens“

Migrations-Reportagen in Comic-Panels

Wo muss ich hin, was muss ich tun, wie tickt ihr hier? Vor diese Fragen werden Menschen gestellt, wenn sie ihre Heimat verlassen, um in ein neues Land zu gehen. Das „Alphabet des Ankommens“ zeigt Migrations-Reportagen als Comic.

Ein paar Schreibtische, Bürostühle, flache, aber alte Bildschirme und eine Kaffeemaschine. An einem der Schreibtische sitzen sich zwei Männer gegenüber. Einer ganz locker, der andere ganz krumm über einen Zettel gebeugt. Seine Nasenspitze berührt fast das Papier. „Sie waren 14 Jahre in Deutschland …“, sagt der krumme Mann. Der andere lächelt. „… und jetzt wollen sie wieder weg?“, fragt er zweifelnd, fast erschrocken.

Diese ersten Bilder stammen aus der Comic-Reportage „Uncharted Waters“, in der es um einen indonesischen Studenten und die deutsche Bürokratie geht. Veröffentlicht wurde sie zusammen mit elf anderen Reportagen vom deutschen Comicverein. Gemeinsam bilden sie das „Alphabet des Ankommens“. Alle Reportagen beschäftigen sich mit Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten.

Der Comic als journalistisches Mittel

In anderen Ländern, wie zum Beispiel den USA oder Frankreich, sind solche Comic-Reportagen durchaus verbreitet. In Deutschland ist es allerdings bis jetzt wenig üblich, Journalismus und Comickultur zu verbinden. Dabei hat das Format eigentlich großes Potenzial.

Die Reportagen aus „Alphabet des Ankommens“ betrachten die Welten der Migranten aus verschiedenen Perspektiven und zeichnen dabei unterschiedliche Bilder. Manche bunt, andere eher grau. Traurige und lustige Geschichten. Menschen, die scheitern oder gewinnen, lachen oder weinen.

Man hat eine sehr interessante Auseinandersetzung mit den Themen Subjektivität und Objektivität, was momentan im Journalismus eine wichtige Debatte ist.  – Lilian Pithan, journalistische Leiterin des Projekts „Alphabet des Ankommens“

Der deutsche Comicverein hat auch deshalb in Hamburg einen einwöchigen Workshop veranstaltet, um das Format in Deutschland zu etablieren.

Die Disziplin existiert hier gar nicht richtig, wir als Comicverein wollen das ändern. – Lilian Pithan

Je zwölf Journalisten und Comiczeichner aus insgesamt zehn Nationen haben sich bei dem Projekt zusammengetan, um die Reportagen rund um das Thema Migration zu gestalten. Lilian Pithan hat detektor.fm-Moderatorin Marie Landes erklärt, was den Comic als journalistisches Mittel auszeichnet.

Man kann mit Comicjournalismus wirklich gut Themen behandeln, die sonst mit Text, Video oder Foto nicht realisiert werden könnten.Lilian Pithan
Comic-Reportagen „Alphabet des Ankommens“ 07:03

Redaktion: Robin Hatting

Volles Programm, (aber) null Banner-Werbung

Seit 2009 arbeiten wir bei detektor.fm an der digitalen Zukunft des Radios in Deutschland. Mit unserem Podcast-Radio wollen wir dir authentische Geschichten und hochwertige Inhalte bieten. Du möchtest unsere Themen ohne Banner entdecken? Dann melde dich einmalig an — eingeloggt bekommst du keine Banner-Werbung mehr angezeigt. Danke!

detektor.fm unterstützen

Weg mit der Banner-Werbung?

Als kostenlos zugängliches, unabhängiges Podcast-Radio brauchen wir eure Unterstützung! Die einfachste Form ist eine Anmeldung mit euer Mailadresse auf unserer Webseite. Eingeloggt blenden wir für euch die Bannerwerbung aus. Ihr helft uns schon mit der Anmeldung, das Podcast-Radio detektor.fm weiterzuentwickeln und noch besser zu werden.

Unterstützt uns, in dem ihr euch anmeldet!

Ja, ich will!

Ihr entscheidet!

Keine Lust auf Werbung und Tracking? Dann loggt euch einmalig mit eurer Mailadresse ein. Dann bekommt ihr unsere Inhalte ohne Bannerwerbung.

Einloggen