Glienicke: das Dorf, das von der Mauer umschlossen war

21.06.2011

Vor fünfzig Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut. Im Südwesten Berlins umschloss sie ein ganzes Dorf: Klein-Glienicke gehörte zur DDR, lag aber im Westsektor. Eine Ausstellung zeigt jetzt die bewegte Geschichte des Dorfes.

Ein Fotos aus dem Jahr 1984 zeigt die Doppelmauer, die Klein-Glienicke zu einer Art Enklave machte. (© Peter Thomsen)

Dramatische Fluchten, zerrissene Familien, Schießereien über die Mauer, absurde Sicherheitsbestimmungen und eine massive Bespitzelung gehörten im Kalten Krieg für die Bewohner Glienickes manchmal zum Alltag. Nur über eine schmale Brücke war Klein-Glienicke damals von Babelsberg aus erreichbar. Die Ausstellung „Hinter der Mauer. Glienicke – Ort der deutschen Teilung“ widmet sich den Erlebnissen der Bewohner und zeigt die Veränderungen, denen das Dorf als „Fast-Enklave“ der DDR seit dem Mauerbau unterlag.

lebt seit 1999 in Klein-Glienicke und ist Autor des Buches »Glienicke: Vom Schweizerdorf zum Sperrgebiet«.Jens Arndtlebt seit 1999 in Klein-Glienicke und ist Autor des Buches »Glienicke: Vom Schweizerdorf zum Sperrgebiet«. 

Wie das Leben damals in Glienicke aussah und welche besonders bewegenden Geschichten sich hier abspielten, darüber haben wir haben mit dem Kurator und Macher der Ausstellung, Jens Arndt, gesprochen. Der Dokumentarfilmer hat von vielen Glienickern ihre persönlichen Erlebnisse in der Zeit vor dem Mauerfall gehört und diese Geschichten in einem Buch veröffentlicht.

Die Ausstellung in der Orangerie des Schlosses Glienicke ist noch bis zum 3. Oktober 2011 geöffnet.