“Das war ziemlich gelungen” – Weshalb Kochs Rücktritt untypisch ist

26.05.2010

Es war überraschend: Roland Koch, CDU-Ministerpräsident von Hessen, tritt zurück. Wie ist sein Rücktritt in Kultur und Typologie deutscher Rücktritte einzuordnen? Eine Analyse.

Roland Koch im hessischen Landtag - der Hardliner hat CDU-Chefin Merkel den Rückhalt des rechten Flügels in der Partei gesichert. Wer diese Rolle nun einnimmt, ist offen. / Martin Oeser (ddp)

Michael Philipp - Persönlich habe ich mir nichts vorzuwerfen: Politische Rücktritte in Deutschland von 1950 bis heute

Persönlich habe ich mir nichts vorzuwerfen: Politische Rücktritte in Deutschland von 1950 bis heute

Michael Philipp

(Süddeutsche Zeitung, bereits erschienen)

Er war keiner der ganz beliebten Politiker. Aber er hat nie ein Blatt vor den Mund genommen. Seine Positionen waren nicht immer sanft, aber immerhin deutlich: Roland Koch, Ministerpräsident von Hessen, hat sich eher selten den Mund verbieten lassen. Und damit so manche Male für Überraschung gesorgt. So auch gestern wieder für Überraschung: da hat er nämlich seinen Rücktritt von allen politischen Ämtern angekündigt.
Wie dieser Rücktritt zu bewerten ist, das fragen wir Michael Philipp. Er hat sich intensiv mit der Kultur und Typologie von Rücktritten auseinander gesetzt, 250 Rücktritte analysiert und darüber sogar ein Buch geschrieben. Ihn haben wir gefragt, wie typisch und wie gelungen der Rücktritt von Roland Koch ist: